NACHHALTIGKEITSBERICHT
2016

Sustainable Development Goals: für eine nachhaltige globale Entwicklung

Bei ihrer General­ver­sammlung 2015 haben die Vereinten Nationen die Sustainable Development Goals (SDGs) beschlossen. Sie ersetzen die acht Millennium-Entwick­lungs­ziele. 193 Staaten haben sich auf 17 Ziele geeinigt, die 169 Unter­ziele umfassen. Die SDGs vereinen die soziale, ökolo­gische und ökono­mische Dimension von Nachhal­tigkeit. Dabei gehen die Zielvor­gaben weit über die Millen­ni­um­ziele, die als globaler Referenz­rahmen für gemeinsame Armuts- und Hunger­be­kämpfung der Industrie- und Entwick­lungs- sowie Schwel­len­länder gelten, hinaus.  

Inhaltlich bilden sie einen Handlungs­rahmen unter anderem für die nachhaltige Gestaltung der Produktion von Gütern und Entwicklung von Dienst­leis­tungen, für die Schaffung gerechter Einkommen und fairer Löhne, für die Bewahrung von Umwelt und Biodi­ver­sität, für die Gewähr­leistung der Ernäh­rungs­si­cherheit, die Gleich­be­rech­tigung von Frauen und Männern, von Jungen und Mädchen und für das Recht auf Bildung.

Sustainable Development GoalMaßnahmen

Als inter­na­tional tätiges Handels­un­ter­nehmen bewegen wir uns in globalen Struk­turen und nutzen die globale Arbeits­teilung. Deshalb betrachten wir es als Teil unserer unter­neh­me­ri­schen Verant­wortung, unseren Beitrag zur Umsetzung der SDGs zu leisten. Für uns sind die SDGs insbe­sondere in der Produkt­de­fi­nition und den inter­na­tio­nalen Wertschöp­fungs­ketten relevant. Durch unsere Umwelt- und Sozial­pro­gramme in den wesent­lichen Feldern unserer Geschäftstä­tigkeit sichern wir nicht nur die Zukunfts­fä­higkeit unseres Unter­nehmens, wir tragen auch dazu bei, dass die globalen Entwick­lungs­ziele umgesetzt werden. Folgende Beispiele belegen das.

Nachhaltige Produkt­ent­wicklung Kaffee

Auf unserem Weg zu einer 100 % nachhal­tigen Geschäftstä­tigkeit werden wir in den Anbau­re­gionen durch inter­na­tional anerkannte Organi­sa­tionen unter­stützt, die ihre Expertise in Umwelt- und Sozial­stan­dards gebündelt haben. Der Anteil des für Tchibo Produkte verwen­deten, zerti­fi­ziert bzw. validiert nachhal­tigen Rohkaffees beträgt 2016 36,3 %. Mit unserem Quali­fi­zie­rungs­pro­gramm Tchibo Joint Forces!®, das wir 2012 entwi­ckelt und einge­führt haben, unter­stützen wir Klein­farmer bei der schritt­weisen Umstellung von einem konven­tio­nellen auf einen ökolo­gisch und sozial verträg­lichen sowie ökono­misch zukunfts­fä­higen Kaffee­anbau. In Koope­ration mit Rohkaf­fee­ex­por­teuren, Rohkaf­fee­händlern, Standard- und sonstigen Nicht­re­gie­rungs­or­ga­ni­sa­tionen werden Kaffee­farmer durch Schulungs- und Quali­fi­zie­rungs­module gezielt unter­stützt. Bis 2016 wurden in Zentral- und Südamerika, Ostafrika und Asien bei über 30.000 der in die Tchibo Wertschöp­fungs­ketten einge­bun­denen Kaffee­farmer Quali­fi­zie­rungs­maß­nahmen durch­ge­führt. Hinzu kommen rund 50.000 Klein­farmer, die im Rahmen der Inter­na­tional Coffee Partners (ICP) mit vergleich­baren Schwer­punkten quali­fi­ziert werden. Das entspricht bereits rund einem Drittel der für uns tätigen Kaffee­farmer weltweit. Diese Programme werden wir auch in Zukunft fortführen und mit bedarfs­ge­rechten Entwick­lungs­maß­nahmen auf eine noch breitere Basis stellen.

Unsere Inter­ven­tionen zur nachhal­tigen Produkt- und Prozes­s­ent­wicklung Kaffee leisten in Summe Beiträge zu elf der 17 SDGs. Hervor­zu­heben sind hierbei die Verrin­gerung von Armut und Hunger, die Förderung von Gesund­heits­vor­sorge und Gleich­be­rech­tigung sowie Maßnahmen zum Schutz von Klima und Umwelt.

Nachhaltige Produkt­ent­wicklung Gebrauchs­ar­tikel

Den Schwer­punkt beim Ausbau unserer nachhal­tigen Sorti­mente legen wir bei unseren Non Food-Produkten auf Textilien aus Baumwolle und Viskose sowie Möbel und Baste­lu­ten­silien aus Holz und Zellulose. Dabei wenden wir Umwelt- und Sozial­stan­dards inter­na­tional anerkannter Organi­sa­tionen an. So betrug im Verkaufsjahr 2016 beispiels­weise der Anteil an Textilien, die Baumwolle aus zerti­fi­ziert bzw. validiert nachhal­tigem Anbau enthalten, 80 %. Bis 2020 – so unser Ziel – wollen wir für unsere Tchibo Baumwoll­tex­tilien zu 100 % nachhaltig angebaute Baumwolle einsetzen. Tchibo ist bereits heute dritt­größter Bio-Baumwoll-Verar­beiter der Welt.

Neben der Verwendung von nachhal­tigen Material­qua­li­täten in unseren Produkten arbeiten wir verstärkt an der Umsetzung von Closed-Loop-Konzepten. Wir streben an, immer mehr Recyclate für die Herstellung unserer Produkte zu verwenden und damit Ressourcen zu schonen. Teil unseres Closed-Loop-Konzepts ist auch die Umsetzung der Ziele aus dem von Green­peace initi­ierten Detox Commitment zur Entgiftung der Produktion von Gebrauchs­ar­tikeln und Entlastung der Gewässer. Der Schwer­punkt unserer Aktivi­täten liegt dabei zurzeit in der chine­si­schen Textil­pro­duktion.

Tchibo hat seinen Liefe­ran­tenpool in den überwiegend asiati­schen und europäi­schen Beschaf­fungs­märkten auf die nach Qualitäts-, Liefer-, Umwelt- und Sozial­per­for­mance besten Liefe­ranten sozial­ver­träglich konzen­triert. Damit erhöhen wir die Trans­parenz und unsere Einfluss­mög­lich­keiten zur Durch­setzung von Sozial- und Umwelt­stan­dards. Im Rahmen unseres 2007 gestar­teten Liefe­ranten-Quali­fi­zie­rungs­pro­gramms WE (Worldwide Enhan­cement of Social Quality) arbeiten wir eng mit den Produ­zenten vor Ort zusammen. Durch einen moderierten Dialog zwischen Eigen­tümern, Management und Beschäf­tigten der Produk­ti­ons­stätten sowie ihrer Vertreter und dem Tchibo Einkauf werden unsere Liefe­ranten dabei unter­stützt, umfas­sende Sozial- und Umweltan­for­de­rungen im eigenen Betrieb und Schritt für Schritt in den vorge­la­gerten Zulie­fer­stufen umzusetzen. Bereits heute werden 75 % aller Gebrauchs­ar­tikel von Tchibo durch WE-quali­fi­zierte Liefe­ranten produ­ziert.

Unsere Inter­ven­tionen zur nachhal­tigen Produkt- und Prozes­s­ent­wicklung Gebrauchs­ar­tikel leisten in Summe Beiträge zu 12 der 17 SDGs. Besonders hervor­zu­heben ist die Reduzierung von Ungleich­heiten durch unser Quali­fi­zie­rungs­pro­gramm WE.