NACHHALTIGKEITSBERICHT
2016

VERANTWORTUNGSVOLLE UNTERNEHMENSFÜHRUNG: Mit bewährtem Leitbild Zukunft sichern

eit über 65 Jahren orien­tiert sich das Hamburger Famili­en­un­ter­nehmen Tchibo am Leitbild des „ehrbaren Kaufmanns“. Wir denken langfristig und betrachten es als unsere unter­neh­me­rische Verpflichtung, Verant­wortung für unser Handeln zu übernehmen. Auf diesem Fundament haben wir 2006 Nachhal­tigkeit als festen Bestandteil in unsere Geschäftss­tra­tegie integriert. In unseren wesent­lichen Prozessen und Produkten berück­sich­tigen wir die Auswir­kungen unserer unter­neh­me­ri­schen Tätigkeit auf Mensch und Umwelt und sichern so auf lange Sicht unseren wirtschaft­lichen Erfolg.

Genuss und Qualität zeichnen die Marke Tchibo aus. Damit wir diesen Anspruch auch in Zukunft erfüllen können, haben wir Nachhal­tigkeit seit 2006 fest in unsere Geschäftss­tra­tegie, in die Tchibo DNA und in unseren Verhal­tens­kodex integriert. Wir verbinden unser Umsatz- und Gewinn­streben mit ökolo­gi­scher, sozialer und gesell­schaft­licher Verant­wortung. Denn eine intakte Umwelt als Grundlage für quali­tativ hochwertige Produkte, die Sicherung der Menschen­rechte in den Liefer­ketten, die verläss­liche Zusam­men­arbeit mit verant­wor­tungs­be­wussten Geschäfts­partnern, leiden­schaft­liche Mitar­beiter und das Vertrauen unserer Kunden bestimmen wesentlich die Zukunfts­fä­higkeit unseres Geschäfts.

Im August 2011 sind wir noch einen Schritt weiter gegangen und haben das strate­gische Kernziel festgelegt: Tchibo ist auf dem Weg zu einer 100% nachhal­tigen Geschäftstä­tigkeit. Danach gestalten wir schritt­weise unsere Unter­neh­men­spro­zesse und Produkte umwelt- und sozial­ver­träglich. Denn unser wirtschaft­licher Erfolg darf nicht zu Lasten von Mensch und Umwelt gehen. Beson­deren Fokus legen wir auf die Bereiche, in denen wir die meisten Einfluss­mög­lich­keiten haben und damit die größt­mög­liche Hebel­wirkung erzielen können. Wir wollen, dass die Marke Tchibo für Nachhal­tigkeit steht und von den Stake­holdern entspre­chend wahrge­nommen wird.


Überzeugt davon, dass eine nachhaltige Geschäftstä­tigkeit die Zukunft unseres Unter­nehmens sichert, setzen wir unseren Weg auch künftig mit ganzer Kraft fort. Dabei orien­tieren wir uns an inter­na­tio­nalen Leitlinien wie denen der OECD, den ILO Kernar­beits­normen und den Leitlinien der Vereinten Nationen für Wirtschaft und Menschen­rechte. Als verant­wor­tungsvoll handelndes Unter­nehmen wollen wir auch künftig signi­fi­kante Beiträge zu einer nachhal­tigen Entwicklung und der Erfüllung der Sustainable Development Goals (SDGs) leisten.

Zehn Jahre Nachhal­tigkeit: Erfah­rungen und Erkennt­nisse

Vor mehr als 10 Jahren haben wir uns auf den Weg zu einer 100% nachhal­tigen Geschäftstä­tigkeit gemacht und seitdem viel erreicht: Es ist uns gelungen, Meilen­steine zu erreichen und wichtige Themen voran­zu­treiben. Wir erkennen Heraus­for­de­rungen, gehen sie an und arbeiten an innova­tiven Lösungen. Wir haben in den letzten zehn Jahren auch Fehlschläge erlebt, insbe­sondere wenn wir als einzelnes Unter­nehmen an unsere Grenzen stießen. Doch sowohl aus unseren Erfolgen als auch aus unseren Rückschlägen ziehen wir wertvolle Erkennt­nisse für die Weiter­ent­wicklung unserer nachhal­tigen Ausrichtung. Die Erfah­rungen der letzten zehn Jahren bestärken uns darin, das Ziel einer 100% nachhal­tigen Geschäftstä­tigkeit konse­quent weiter zu verfolgen und damit die Zukunfts­fä­higkeit von Tchibo zu sichern. Für die Umsetzung dieses Ziels haben wir ein Manage­ment­system entwi­ckelt und fest im Unter­nehmen verankert.

Bei der Bearbeitung der wesent­lichen Nachhal­tig­keits­themen beziehen wir unsere Stake­holder mit ein. Der Austausch mit ihnen ist für uns wichtig, um wesent­liche Themen und Erwar­tungen zu identi­fi­zieren und zu bewerten und dadurch Maßnahmen zu priori­sieren. Nur so können wir bei der Vielfalt und globalen Dimension der Heraus­for­de­rungen die richtigen Weichen stellen. Entspre­chend haben wir eine Roadmap mit den wichtigsten Maßnahmen entwi­ckelt. Dabei haben wir auch deutlich gemacht, in welchen Bereichen wir als einzelnes Unter­nehmen Verbes­se­rungen erzielen können – beispiels­weise durch unser Quali­fi­zie­rungs­pro­gramm WE für unsere Gebrauchs­ar­tikel Produ­zenten oder unser Quali­fi­zie­rungs­pro­gramm Tchibo Joint Forces!® für Kaffee­farmer – und in welchen Bereichen wir nur in Koope­ration mit weiteren Stake­holdern Verän­de­rungen bewirken können.

Mit Innova­tionen und Koope­ra­tionen in die Zukunft

Daraus leiten sich zwei strate­gisch wichtige Instru­mente ab, auf die wir in Zukunft verstärkt setzen: Koope­ration und Innovation. Koope­ration, um die Hebel­wirkung zu vergrößern und gemeinsam mit anderen Akteuren und Stake­holdern Lösungen für syste­misch und struk­turell bedingte Heraus­for­de­rungen zu entwi­ckeln. Innovation, weil als Antwort auf Ressour­cen­ver­knappung, Verlust von Biodi­ver­sität, Klima­ver­än­derung, demogra­fi­schen Wandel und andere globale Heraus­for­de­rungen neue, bahnbre­chende Ideen und Maßnahmen benötigt werden.

Trans­parenz ist dabei eine wesent­liche Voraus­setzung, um in unseren Wertschöp­fungs­ketten soziale und ökolo­gische Standards zu imple­men­tieren. Derzeit arbeiten wir vor allem daran, noch bessere Trans­parenz über die vorge­la­gerten Stufen der Liefer­kette für Gebrauchs­ar­tikel zu erhalten.

Eine weitere wichtige Voraus­setzung, um Verän­de­rungen zu bewirken und einen nachhal­tigen Konsum zu fördern, ist die Begeis­terung unserer Kunden für nachhaltige Produkte. Das erreichen wir nur durch eine glaub­hafte und leicht verständ­liche Produkt- und Prozess­kom­mu­ni­kation. Daran arbeiten wir mit Hochdruck.

Aktuellen und künftigen Entwick­lungen wirksam begegnen

2016 hat Tchibo seine nachhaltige Ausrichtung – auch mit Blick auf aktuelle politische und gesell­schaft­liche Heraus­for­de­rungen – noch einmal weiter­ent­wi­ckelt.

Austausch mit Stake­holdern

Bei der Ausrichtung unserer Geschäftstä­tigkeit nach ökono­mi­schen, ökolo­gi­schen, sozialen und gesell­schaft­lichen Kriterien ist es für uns wichtig, unsere internen und externen Stake­holder gezielt einzu­be­ziehen. Wir lernen unter­schied­liche Erwar­tungen kennen, können Impulse und konkrete Vorschläge frühzeitig aufnehmen und eine vertrau­ens­volle Beziehung zu unseren Anspruchs­gruppen auf- und ausbauen. Deshalb sind wir Mitglied in den wichtigsten Bündnissen und Initia­tiven und stoßen darüber oftmals Innova­ti­ons­pro­zesse an – im Unter­nehmen ebenso wie auf gesell­schaft­licher Ebene.

In verschie­denen Veran­stal­tungen und Foren sind wir in den Austausch mit unseren Stake­holdern getreten. Dabei stand 2016 ein Rückblick auf zehn Jahre Nachhal­tigkeit im Fokus, aus dem wir gemeinsam Erkennt­nisse für die Zukunft abgeleitet haben. Zum zehnjäh­rigen Bestehen der strate­gi­schen Tchibo Unter­neh­mens­ver­ant­wortung haben wir Vertreter aus Wirtschaft, Politik, Verbänden, Nicht­re­gie­rungs­or­ga­ni­sa­tionen und Gewerk­schaften im November 2016 zur Dialog­ver­an­staltung „Mit Kraft aus der Nische – wieviel Pflicht verträgt/braucht Nachhal­tigkeit?“ einge­laden. Der ehemalige Bundesau­ßen­mi­nister Joschka Fischer, Dr. Gisela Burck­hardt von Femnet e.V., Kirsten Brodde von Green­peace, die Landes­vor­sit­zende der FDP Hamburg Katja Suding sowie Staats­se­kretär Gerd Billen aus dem Bundes­mi­nis­terium der Justiz und für Verbrau­cher­schutz disku­tierten mit unserem CEO die Frage, wie Nachhal­tigkeit im Spannungsfeld von Freiwil­ligkeit und Regulierung aus der Nische geholt und weiter voran­ge­bracht werden kann.

Solange auf europäi­scher Ebene ein recht­licher Rahmen für die Umsetzung von ökolo­gi­schen und sozialen Sorgfalts­an­for­de­rungen in den globalen Zulie­fe­r­er­struk­turen fehlt, setzen wir bei Tchibo auf Selbst­ver­pflich­tungen. Diese erfüllen wir entweder allein oder in Koope­ra­tionen mit anderen Stake­holdern oder Initia­toren – je nach Komple­xität.

Global Coffee Platform

Tchibo war 2016 an der Gründung der Global Coffee Platform (GCP) beteiligt, einem Zusam­menschluss aus dem Sustainable Coffee Program (SCP) und der 4C Association. Ziel von GCP ist es, alle wesent­lichen Akteure und Initia­tiven der Kaffee­branche – private sowie öffent­liche – in einer globalen Allianz zu vereinen und gemeinsam überge­ordnete Themen zu adres­sieren. Tchibo übernimmt im Rahmen der GCP eine aktive Rolle bei der Gestaltung eines nachhal­tigen Kaffee­sektors. Anfang 2017 konnte ein Memorandum of Under­standing mit dem Bundes­mi­nis­terium für wirtschaft­liche Zusam­men­arbeit und Entwicklung (BMZ) über Koope­ra­ti­ons­mög­lich­keiten unter­zeichnet werden.

Bündnis für nachhaltige Textilien

2015 sind wir dem Bündnis für nachhaltige Textilien beige­treten, initiiert vom Bundes­mi­nister für wirtschaft­liche Zusam­men­arbeit und Entwicklung. Ziel des Bündnisses von Unter­nehmen, Nicht­re­gie­rungs- und Standard­or­ga­ni­sa­tionen, Gewerk­schaft, Wirtschaft und Politik ist es, soziale und ökolo­gische Standards entlang der gesamten textilen Wertschöp­fungs­kette zu verbessern. Tchibo engagiert sich in allen Arbeits­gruppen des Bündnisses. Im August 2017 haben wir im Rahmen des Bündnisses unseren „Fahrplan“ für 2017 öffentlich gemacht. Er enthält 15 Maßnahmen, mit denen die Umwelt- und Arbeits­be­din­gungen in unseren Textil-Liefer­ketten weiter verbessert werden (Weitere Infor­ma­tionen).

Detox Commitment

Im Oktober 2014 haben wir das von der Umwelt­schutz­or­ga­ni­sation Green­peace initi­ierte Detox Commitment unter­zeichnet und veröf­fent­licht. Damit haben wir uns dazu bekannt, den Einsatz unerwünschter Chemi­kalien in der Produktion insbe­sondere unserer Textil­lie­fe­ranten bis 2020 zu beenden und Materi­al­kreis­läufe zu schließen. Schritt für Schritt setzen wir dieses ambitio­nierte Ziel nun um. Mit unserem umfas­senden Closed Loop Konzept verfolgen wir das Ziel, Stoff­kreis­läufe zu schließen und dadurch wertvolle Ressourcen zu schützen sowie gleich­zeitig den Konsum nachhal­tiger zu gestalten. Für uns bedeutet das, unsere Produkte bereits beim Design so zu gestalten, dass diese möglichst mit recycelten bzw. erneu­er­baren Ressourcen produ­ziert, lange genutzt und am Ende wieder einem hochwer­tigen Recycling zugeführt werden können (Weitere Infor­ma­tionen).

Accord on Fire and Building Safety in Bangladesh

Bereits 2012 hat Tchibo als zweites Unter­nehmen weltweit das Gebäu­de­si­cher­heits- und Brand­schutz­ab­kommen „Accord on Fire and Building Safety in Bangladesh“ unter­zeichnet und an dessen Inkraft­treten, Verbes­serung und konti­nu­ier­licher Umsetzung mitge­wirkt (Weitere Infor­ma­tionen).

Rahmen­ver­ein­barung mit Indus­triALL Global Union und ACT

Als erstes deutsches Handels­un­ter­nehmen hat Tchibo im September 2016 eine inter­na­tionale Rahmen­ver­ein­barung mit der weltweiten Dachge­werk­schaft Indus­triALL Global Union abgeschlossen. Beschäf­tigte und Gewerk­schaften in den Produk­ti­ons­stätten sollen es leichter haben, insbe­sondere Löhne und Sozial­leis­tungen mit Eigen­tümern und Management der Fabriken auszu­handeln. In der Initiative ACT (Action, Colla­bo­ration, Trans­for­mation) setzen wir uns zudem gemein­schaftlich mit der Dachge­werk­schaft und anderen inter­na­tio­nalen Handels­un­ter­nehmen für existenz­si­chernde Löhne und indus­trie­weite Tarif­ver­hand­lungen zwischen gleich­be­rech­tigten Sozial­partnern in der globalen Beklei­dungs­branche ein (Weitere Infor­ma­tionen).

Verant­wor­tungs­voller Konsum

Wir haben uns der Selbst­ver­pflichtung von Wirtschafts­ver­bänden in Deutschland und Öster­reich angeschlossen, keine Einweg­plas­tik­tüten mehr gratis anzubieten. Diese setzen wir seit Januar 2016 in Deutschland erfolg­reich um und haben so in unseren Filialen in Deutschland fast 90 %, in Öster­reich rund 80 % weniger Einweg­tüten einge­setzt. Die zweite Selbst­ver­pflichtung betrifft die konse­quente Nutzung von Mehrweg­be­chern für „Coffee to go“. So haben wir eine eigene Mehrweg­be­cher­lösung für unsere Kaffee Bars in den Tchibo Filialen einge­führt und betei­ligen uns zudem an der Testphase zur Einführung eines ganzheit­lichen Pfand­systems für Mehrweg­becher, in der Hamburger Innen­stadt, dem sogenannten Kehrwieder Becher. (Weitere Infor­ma­tionen siehe Kapitel Kunden und Produkte sowie Kapitel Umwelt­schutz).

Politische und gesell­schaft­liche Heraus­for­de­rungen annehmen

Tchibo setzt sich intensiv mit den aktuellen politi­schen und gesell­schaft­lichen Heraus­for­de­rungen ausein­ander und leitet daraus konkrete Maßnahmen für das Nachhal­tig­keits­ma­na­gement ab.

Sustainable Development Goals

Nachhal­tigkeit ist seit 2006 in die Unter­neh­mens­stra­tegie der Tchibo GmbH integriert. Von Beginn an verfolgen wir damit auch die acht Millennium-Entwick­lungs­ziele der Vereinten Nationen. 2015 haben die Vereinten Nationen daraus 17 globale Ziele – die sogenannten Sustainable Development Goals (SDGs) – für eine nachhaltige Entwicklung formu­liert. Wir betrachten die SDGs als globales Rahmenwerk für unsere Nachhal­tig­keit­sa­genda und wollen zu deren Erfüllung beitragen (Weitere Infor­ma­tionen).

Natio­naler Aktionsplan für Wirtschaft und Menschen­rechte

Eine weitere richtungs­wei­sende Entwicklung sehen wir in den 2011 von den Vereinten Nationen verab­schie­deten Leitprin­zipien für Wirtschaft und Menschen­rechte, die auf beste­henden Menschen­rechts­ver­pflich­tungen wie der Inter­na­tio­nalen Menschen­recht­scharta und den Kernar­beits­normen der Inter­na­tio­nalen Arbeits­or­ga­ni­sation (ILO) beruhen. Sie bilden erstmals einen allgemein anerkannten Referenz­rahmen, der auch die Unter­nehmen in die Verant­wortung nimmt, Menschen­rechte in globalen Liefer- und Wertschöp­fungs­ketten zu achten und Menschen­rechts­ver­let­zungen vorzu­beugen. Wir sind uns dieser unter­neh­me­ri­schen Verant­wortung bewusst und haben menschen­recht­liche Sorgfalt bereits vor vielen Jahren in unsere Geschäftsprak­tiken integriert (Weitere Infor­ma­tionen).

EU-Berichts­pflicht

Ab 2017 tritt das EU-Richt­linien-Umset­zungs­gesetz (EU-RUG) in Kraft. Obwohl die damit verbundene Verpflichtung zu einer erwei­terten nicht­fi­nan­zi­ellen Bericht­er­stattung für uns als Famili­en­un­ter­nehmen nicht zutrifft, werden wir auch künftig trans­parent und umfassend über die Ergeb­nisse unseres Nachhal­tig­keits­ma­na­ge­ments infor­mieren. Wir folgen dem seit 2008 bei Tchibo etablierten Prinzip einer trans­pa­renten und vergleich­baren jährlichen Bericht­er­stattung. Mit dem vorlie­genden Nachhal­tig­keits­be­richt 2016, der nach den inter­na­tional anerkannten Standards der Global Reporting Initiative (GRI) erstellt wurde, berück­sich­tigen wir auch die Anfor­de­rungen des EU-RUG und leisten damit einen Beitrag zur Trans­parenz einer nachhal­tig­keit­s­ori­en­tierten Wirtschafts­weise.

Neues Verpa­ckungs­gesetz

Das neue, durch den Bundestag verab­schiedete und 2019 in Kraft tretende Verpa­ckungs­gesetz bringt weitere Anfor­de­rungen für die Wirtschaft hinsichtlich Recycling und Mehrweg­nutzung. Gemeinsam mit dem Handels­verband Deutschland (HDE), der Indus­trie­ver­ei­nigung Kunst­stoff­ver­pa­ckungen (IK), der Bundes­ver­ei­nigung der deutschen Ernäh­rungs­in­dustrie (BVE) sowie unseren Depot­partnern und anderen Unter­nehmen haben wir prakti­kable und die Nachhal­tigkeit fördernde Regelungen zu Verpa­ckungs­design, -sammlung, -lizen­sierung und -entsorgung vorge­schlagen, die vom Gesetz­geber auch berück­sichtigt wurden.

Natio­nales Programm für nachhal­tigen Konsum

Mit dem natio­nalen Programm für nachhal­tigen Konsum in den Bereichen Haushalt und Wohnen, Mobilität, Ernährung, Büro und Arbeit, Bekleidung sowie Tourismus und Freizeit will die Bundes­re­gierung den nachhal­tigen Konsum fördern. Das Programm nennt Ziele und Maßnahmen, die mit bereits vorhan­denen Strategien, Förder­pro­grammen und Regelungen zusam­men­ge­führt werden. Zudem möchte die Bundes­re­gierung mit dem Programm eine Plattform für die gesell­schaft­liche Diskussion über die Weiter­ent­wicklung des Konsum­ver­haltens schaffen. Tchibo fördert bereits seit vielen Jahren den verant­wor­tungs­vollen Konsum durch das Angebot nachhal­tiger Sorti­mente und begrüßt ausdrücklich das Programm (Weitere Infor­ma­tionen).

Corporate Citizenship

Als Famili­en­un­ter­nehmen und aktiver Teil unserer Gesell­schaft ist es für uns selbst­ver­ständlich, uns über die Grenzen unserer eigenen Geschäftstä­tigkeit hinaus zu engagieren und Verant­wortung zu übernehmen.
Tchibo setzt sich mit eigenen Koope­ra­ti­ons­pro­jekten für bessere Lebens­ver­hält­nisse in den Ursprungs­ländern ein. Nach dem Prinzip „Hilfe zur Selbst­hilfe“ bieten wir gemeinsam mit unseren Partnern vor allem bildungs- und berufs­ori­en­tierte Angebote für Kinder, Jugend­liche und Erwachsene in den Kaffee­an­bau­ländern Zentral­ame­rikas sowie in Ostafrika und in Baumwol­lan­bau­ländern der Subsahara-Region Afrikas.

2016 war die gesell­schaft­liche Debatte vor allem durch die Themen Hilfe für und Integration von geflüch­teten Menschen geprägt. Eine Heraus­for­derung von großer Relevanz für die globale Gesell­schaft, der wir uns gestellt und auf die wir im Rahmen unserer unter­neh­me­ri­schen Möglich­keiten reagiert haben. So engagieren wir uns in einem dreistu­figen Maßnah­menplan für Geflüchtete in den Vertriebs­ländern Deutschland, Öster­reich und der Türkei: Wir stellen Praktikums- und Ausbil­dungs­plätze bereit, ermög­lichen unseren Mitar­beitern im Rahmen unseres Corporate-Volun­teering-Programms die Unter­stützung von Aktionen in einer Erstauf­nah­me­ein­richtung sowie einer Schule und versorgen Hilfs­or­ga­ni­sa­tionen mit bedarfs­ge­rechten Sachs­penden.

Eine breit angelegte Hilfs­aktion für Bedürftige war unser „Tchibo Weihnachts­wunder“ 2016. Wir haben für Bedürftige in ganz Deutschland 100.000 Geschenk­pakete an den Bundes­verband Deutsche Tafel e. V. gespendet. Die Pakete enthielten vor allem Winter­kleidung, praktische Haushalts­ar­tikel, Spielzeug, Kuschel­tiere und Kaffee. Hinzu kamen 177.328 „Kunden“-Weihnachts­pakete mit Tchibo Artikeln. Während des Aktions­zeit­raums wurden 20 Cent pro zehn Euro Umsatz unserer Kunden an das Weihnachts­wunder gespendet und für die Zusam­men­stellung der Weihnachts­pakte verwendet. Darüber hinaus erfüllten Tchibo Mitar­beiter bei der „Wunsch­zettel-Aktion“ Wünsche von Kindern, die auf die Unter­stützung der Hamburger Tafeln angewiesen sind, bis zu einem Wert von 25 Euro pro Geschenk.

Deutscher Nachhal­tig­keits­preis 2016

Die Auszeichnung von Tchibo als nachhal­tigstes Großun­ter­nehmen 2016 durch die Jury des Deutschen Nachhal­tig­keits­preises bestätigt uns darin, dass wir mit unseren Maßnahmen im Bereich Nachhal­tigkeit auf dem richtigen Weg sind. Die Jury würdigte Tchibo für seine Vorrei­ter­rolle und seine Selbst­ver­pflich­tungen in der Konsum­gü­ter­branche.