NACHHALTIGKEITSBERICHT
2016

Unsere Ländergesellschaften: ein Ziel, individuelle Programme

Unser Engagement für eine 100 % nachhaltige Geschäftstä­tigkeit beschränken wir nicht auf Deutschland. Bereits 2009 haben wir begonnen, auch unsere Länder­ge­sell­schaften in Öster­reich, der Schweiz und Osteuropa in unser Nachhal­tig­keits­ma­na­ge­ment­system einzu­be­ziehen. Dabei verfolgen wir an den inter­na­tio­nalen Stand­orten dieselben Nachhal­tig­keits­ziele, die auch für Tchibo Deutschland gelten. Dazu zählt etwa die schritt­weise Umstellung unserer Sorti­mente auf nachhaltige Quali­täten, allen voran Kaffee, Baumwolle und Holz. Ergänzend verfolgen die Länder­ge­sell­schaften indivi­duelle Ziele in ihren natio­nalen Nachhal­tig­keits­pro­grammen.

Zur Unter­stützung der einzelnen Gesell­schaften hat Tchibo ein übergrei­fendes Netzwerk für die Nachhal­tig­keits­ver­ant­wort­lichen aller Länder ins Leben gerufen. Unter Leitung des Direk­ti­ons­be­reichs Unter­neh­mens­ver­ant­wortung treffen sich die Verant­wort­lichen zweimal im Jahr in der Hamburger Zentrale zum Austausch und zum Abgleich von Inhalten und Strategien.

Stand­ort­be­zogene Nachhal­tig­keits­pro­gramme ergänzen die gemeinsame Strategie sowie eine indivi­duelle Kommu­ni­kation mit lokalen Anspruchs­gruppen und Kunden. So betei­ligen sich unsere Länder­ge­sell­schaften auch am öffent­lichen Diskurs zum Thema Nachhal­tigkeit in ihren Ländern. Sie arbeiten mit Nicht­re­gie­rungs­or­ga­ni­sa­tionen und Multi-Stake­holder-Initia­tiven zusammen, um branchen­über­greifend Lösungen für wirtschaft­liche, soziale oder ökolo­gische Fragen zu entwi­ckeln.

Fortschritte 2016

Auch im Jahr 2016 haben die inter­na­tio­nalen Länder­ge­sell­schaften wieder erfolg­reich Maßnahmen aus ihren eigenen natio­nalen Nachhal­tig­keits­pro­grammen umgesetzt. Der Fokus lag dabei auf Umwelt­schutz, Kunden­kom­mu­ni­kation und sozialem Engagement.

Umwelt­schutz an Stand­orten

Die Länder­ge­sell­schaften arbeiten konse­quent daran, Umwelt­aus­wir­kungen, die durch den Betrieb der eigenen Filialen, Büros und Waren­lager entstehen, zu reduzieren. Sie führen beispiels­weise Maßnahmen zur Senkung des Wasser-, Papier- und Strom­ver­brauchs in der Verwaltung durch.

Tchibo Polen hat 2012 zusammen mit der Stiftung Partner­schaft für die Umwelt einen Zerti­fi­zie­rungs­standard für „Grüne Filialen“ entwi­ckelt und diesen für alle polni­schen Tchibo Filialen einge­führt. Es ist das erste Umwelt­zer­ti­fikat im polni­schen Einzel­handel überhaupt. Im Jahr 2013 wurde der Standard gemeinsam mit der Stiftung für den Online-Vertrieb weiter­ent­wi­ckelt. Das Zerti­fikat wird jeweils für zwei Jahre vergeben. Entspre­chend erfolgte 2016 ein erfolg­reicher Rezer­ti­fi­zie­rungs­prozess. Im Ergebnis haben 56 Tchibo Filialen 2016 das Umwelt­zer­ti­fikat „Grüne Filialen“ erhalten.

Auch die Länder­ge­sell­schaften arbeiten bei der Umsetzung unserer Nachhal­tig­keitss­tra­tegie mit der Organi­sation Forest Stewardship Council (FSC®) zusammen und nutzen zunehmend Papier aus nachhal­tiger Forst­wirt­schaft. In Öster­reich und der Schweiz werden bereits seit 2012 Magazine, Kataloge und Werbe­mittel auf FSC®-zerti­fi­ziertem Papier gedruckt, seit 2013 ebenfalls in Tsche­chien und der Slowakei, seit 2014 auch in der Türkei, Polen und Ungarn. Zudem wurden bis auf Rumänien und Russland alle Länder­ge­sell­schaften FSC®-zerti­fi­ziert und sind so berechtigt, das Siegel der Organi­sation auf Holz- und Papier­pro­dukten zu verwenden.

Seit Juli 2015 werden in Öster­reich keine kosten­losen Plastik­tüten mehr ausge­geben, was zu einem Rückgang von rund 80 % geführt hat. Seit Mai 2016 wird in Öster­reich sogar komplett auf Einweg­tüten verzichtet. Statt­dessen bietet die Länder­ge­sell­schaft in Öster­reich ihren Kunden verschiedene Mehrweg­ta­schen aus nachhal­tigen Materialien an.
Auch in der Schweiz, in der Slowakei sowie in Ungarn werden seit 2016 keine kosten­losen Einweg­tra­ge­ta­schen mehr an Kunden ausge­geben.

Zur weiteren Reduktion des Energie­ver­brauchs wurden 2016 in Öster­reich, Polen, Tsche­chien und der Slowakei sogenannte Energie­ef­fi­zi­en­zaudits durch­ge­führt. Die Ergeb­nisse sollen helfen, Einspar­po­ten­ziale an den Stand­orten zu identi­fi­zieren.

Im Rahmen einer Umwelt­prüfung wurde zudem der Länder­ge­sell­schaft in der Slowakei ein Zerti­fikat als „verant­wor­tungs­be­wusste Organi­sation“ für ihre Maßnahmen im Bereich Abfall­wirt­schaft und Umwelt verliehen. Unter­sucht wurde der Umgang mit Abfall, Umwelt­ver­schmutzung und dem Erhalt der natür­lichen Ressourcen.

Kunden­kom­mu­ni­kation

Um Tchibo Kunden in allen Vertriebs­re­gionen die Vorteile nachhaltig herge­stellter Produkte zu vermitteln, braucht es eine anspre­chende, umfas­sende und leicht verständ­liche Kunden­kom­mu­ni­kation. Neben in Deutschland entwi­ckelten Materialien verwenden alle Länder­ge­sell­schaften hierfür eigene innovative Formate, die an die jewei­ligen natio­nalen Kunden- und Stake­holder-Bedürf­nisse angepasst sind.

So haben die Länder­ge­sell­schaften in Öster­reich und der Schweiz 2016 auch das Logo „GUT GEMACHT“ einge­führt. Es zeichnet unsere nachhal­tigen Produkte aus und macht sie dadurch schnell als solche identi­fi­zierbar. „GUT GEMACHT“-Produkte sind entweder von unabhän­gigen Organi­sa­tionen zerti­fi­ziert oder deren Herstel­lungs­prozess unter­liegt von externen Stake­holdern anerkannten Standards und Verfahren – zum Beispiel chromfrei gegerbtes Leder. Das Logo findet sich nicht nur auf den Produkt­ver­pa­ckungen, sondern auch an den Points of Sale, und kommt in verschie­denen Medien zum Einsatz, um Kunden zu einem verant­wor­tungs­vollen Konsum zu motivieren.

Soziales Engagement

Ehren­amt­liches Engagement zeichnet auch die Tchibo Länder­ge­sell­schaften aus. So hat sich die Länder­ge­sell­schaft in Öster­reich am Weihnachts­wunder 2016 beteiligt und für Bedürftige Geschenke an das SOS-Kinderdorf Öster­reich geliefert.

In den Landes­ge­sell­schaften in Osteuropa wird insbe­sondere die Förderung des Mitar­bei­te­ren­ga­ge­ments (Corporate Volun­teering) voran­ge­trieben: Mitar­beiter der Länder­ge­sell­schaft in Ungarn haben sich auch 2016 wieder am tradi­tio­nellen HBLF-Rollstuhl-Wettbewerb beteiligt. Mit dem Ziel, die finan­zielle Situation des Rollstuhl­bas­ket­balls in Ungarn zu verbessern, dienen die Eintritts­gelder dem Kauf neuer Rollstühle.