NACHHALTIGKEITSBERICHT
2016

Rechtskonformität sicherstellen: Vorgaben für verantwortliches Handeln

Rechts­kon­formes Verhalten wird auf allen Unter­neh­men­sebenen bei Tchibo sicher­ge­stellt. Die Grundlage bildet der Tchibo Code of Conduct (CoC). Er ist für alle Mitar­beiter der Tchibo GmbH und der Länder­ge­sell­schaften verbindlich und regelt den Umgang mit Geschäfts­partnern und Kunden. Der CoC beruht auf den Kernar­beits­normen der Inter­na­tio­nalen Arbeits­or­ga­ni­sation (ILO) und untersagt unter anderem jegliche Form von Korruption, Vorteils­ge­währung oder Vorteils­nahme. Verstößt ein Mitar­beiter gegen einen der Grund­sätze, drohen ihm arbeits­recht­liche Sanktionen.  

Wir schulen unsere Führungs­kräfte regel­mäßig im Umgang mit dem Verhal­tens­kodex. Einmal jährlich bestä­tigen die Führungs­kräfte schriftlich, dass sie die Regeln des CoC verstanden, einge­halten und ihnen bekannt gewordene Verstöße gemeldet haben. Außerdem versi­chern sie mit ihrer Unter­schrift, dass sie ihren Mitar­beitern den CoC erläutert haben und dass sie die Einhaltung des CoC überwachen. Jeder neue Mitar­beiter erhält eine Ausfer­tigung des CoC. Über neue Entwick­lungen infor­mieren wir unsere Mitar­beiter per Intranet sowie direkt durch die Vorge­setzten.

Die Einhaltung der Vorgaben wird im Rahmen interner Audits durch die Konzern­re­vision der maxingvest ag überprüft. Über eine anonyme, von unabhän­giger Stelle betriebene Kontakt­mög­lichkeit bieten wir Mitar­beitern, Liefe­ranten und Kunden die Möglichkeit, telefo­nisch auf mögliches Fehlver­halten hinzu­weisen (Whist­leblowing). Wenn nötig, werden die einge­gan­genen Hinweise anony­mi­siert an einen Ombudsrat als internes Unter­su­chungs­gremium weiter­ge­leitet. Der Ombudsrat besteht aus verschie­denen Bereichs­leitern der maxingvest ag und der Tchibo GmbH sowie dem Betriebs­rats­vor­sit­zenden. Auch über den Betriebsrat, die Perso­nal­ab­teilung, die Rechts­ab­teilung, den Direk­ti­ons­be­reich Unter­neh­mens­ver­ant­wortung und die Konzern­re­vision kann auf Missstände hinge­wiesen werden.

Darüber hinaus ist Tchibo seit 2009 Mitglied des Global Compact der Vereinten Nationen und verpflichtet sich darin unter anderem zur aktiven Bekämpfung von Korruption. Konti­nu­ierlich quali­fi­zieren wir hierfür die Mitar­beiter der relevanten Bereiche, etwa im Einkauf oder im Vertrieb, um einen aktiven Beitrag zu leisten.

Erkennen und vorbeugen: Risiko­ma­na­gement

Unser Geschäft ist unter­schied­lichen Risiken ausge­setzt, zum Beispiel durch Währungs­schwan­kungen oder Umwelter­eig­nisse, die sich auf die Rohstoff­preise auswirken können. Im Rahmen unseres ganzheit­lichen Risiko­ma­na­ge­ment­systems identi­fi­zieren wir diese Gefahren und begrenzen sie durch wirksame Präven­ti­ons­maß­nahmen. Wir unter­scheiden hierbei grund­sätzlich zwischen Unter­neh­mens­ri­siken und Liefer­ket­ten­ri­siken.

Im Rahmen von Risiko­in­ven­turen nehmen wir eine Bestands­auf­nahme aller wesent­lichen Risiken vor. Diese sortieren wir in ein Risikocluster mit drei Kategorien ein: kurzfristig-operative Risiken, Einmal­ri­siken und strate­gische Risiken. Innerhalb dieser Kategorien erfolgt eine weitere Diffe­ren­zierung. Akut bedroh­liche Risiken werden der Geschäfts­führung umgehend zum Zeitpunkt ihres Auftretens gemeldet. So können wir poten­zielle Gefahren zeitnah unter Kontrolle bringen. Aktuelle Infor­ma­tionen zur Risiko­ent­wicklung fließen mehrfach pro Jahr in die Steue­rungs- und Planungs­systeme von Tchibo ein. Die interne Revision prüft die Wirksamkeit des Risiko­ma­na­ge­ments. Geschäfts­führung und Aufsichtsrat werden von ihr durch regel­mäßige Berichte über die Risikolage infor­miert und legen den Prüfungs­umfang für die interne Revision fest. Infor­ma­tionen über bedroh­liche Risiken werden diesen Gremien umgehend mitge­teilt. Beispiels­weise unter­liegt Tchibo als Handels­un­ter­nehmen dem Risiko, dass die Kernmärkte gesättigt sind oder schrumpfen. Die Folge wären stagnie­rende oder rückläufige Umsätze. Dieser Gefahr beugen wir durch eine innovative Produkt­po­litik und inter­na­tio­nales Wachstum vor. Weil die globale Handel­sland­schaft und das Einkaufs­ver­halten der Kunden sich verändern, haben wir den E-Commerce-Bereich weiter gestärkt, Cross-Channel-Services und ein attrak­tives Dauer­sor­timent einge­führt.

Um Risiken im Bereich der Beschaffung vorzu­beugen, integrieren wir Sozial- und Umweltan­for­de­rungen in die Einkaufs- und Quali­täts­pro­zesse. So reduzieren wir beispiels­weise Schritt für Schritt die Anzahl unserer Liefe­ranten für Gebrauchs­ar­tikel, entwi­ckeln die verblei­benden Liefe­ranten zu strate­gi­schen Partnern und unter­stützen sie mit dem Quali­fi­zie­rungs­pro­gramm Worldwide Enhan­cement of Social Quality (WE). Im Rahmen des Issues-Manage­ments analy­sieren wir konti­nu­ierlich relevante Anliegen unserer Stake­holder. So haben wir uns 2014 entschlossen, die dem Detox Commitment zugrunde liegenden Standards von Green­peace in unsere Einkaufs- und Quali­täts­pro­zesse zu integrieren. Darüber hinaus betreiben wir als Teil des Risiko­ma­na­ge­ments ein konse­quentes Liefe­ran­ten­mo­ni­toring.

Daten­schutz

Die neuen Standards im Daten­schutz nach der EU-Daten­schutz-Grund­ver­ordnung (GDPR) stellen Unter­nehmen – und damit auch Tchibo – vor vielfältige Heraus­for­de­rungen. Mehr als bisher erfor­derlich, ist es geboten, Daten­schutz als Manage­ment­thema in alle relevanten Unter­neh­men­spro­zesse fest zu integrieren. So wollen wir den Ansprüchen an Dokumen­tation und Risiko­ab­wägung noch besser gerecht werden. Die Sensi­bi­li­sierung unserer Mitar­beiter und eine klare Aufga­ben­ver­teilung innerhalb der natio­nalen und inter­na­tio­nalen Unter­neh­mens­be­reiche sind dafür ebenso unerlässlich wie die Entwicklung eines klaren Zielbildes.

Trotz des sorgfäl­tigen Umgangs mit den uns anver­trauten Infor­ma­tionen von Kunden und Mitar­beitern und unserer drei Pfeiler Daten­spar­samkeit, Trans­parenz und Sicherheit konnten wir 2016 in zwei Fällen die an uns gestellten Anfor­de­rungen nicht vollständig erfüllen. Bei Syste­mum­stel­lungen entstanden fehler­hafte Konfi­gu­ra­tionen. Quali­täts­si­che­rungs­me­cha­nismen wurden imple­men­tiert und werden die Wieder­holung solcher Fehler in Zukunft verhindern.