NACHHALTIGKEITSBERICHT
2016

Nachhaltige Entwicklung des Kaffee­sektors

Neben dem Ansatz, ausge­wählte Klein­farmer in der Liefer­kette durch Tchibo Joint Forces!® zu quali­fi­zieren, setzt Tchibo in seinem Nachhal­tig­keits­konzept künftig auf die Multi-Stake­holder-Initiative „Mainstre­aming Sustainable Coffee Production“. Mit diesem Systemansatz will Tchibo den Hebel für eine nachhaltige Entwicklung des Kaffee­sektors auf regio­naler Ebene ansetzen. Liefer­ket­ten­spe­zi­fische Programme – wie Tchibo Joint Forces!® – unter­stützen unmit­telbar ausge­wählte Kaffee­farmer. Um über die einzelne Kaffeefarm hinaus Wirkung erzielen zu können, braucht es gebün­delte Anstren­gungen auf überge­ord­neter Ebene. Denn nur wenn sich auch die struk­tu­rellen Rahmen­be­din­gungen ändern, kann der Kaffee­sektor langfristig nachhaltig gestaltet werden. Deshalb wollen wir mit der Initiative „Mainstre­aming Sustainable Coffee Production“ syste­mische Probleme des gesamten Kaffee­sektors angehen. Gefragt sind dabei alle Akteure des Sektors, denn syste­mische Verän­de­rungen können nur dann erreicht werden, wenn sämtliche Stake­holder gemeinsam Verant­wortung übernehmen und in ihrer jewei­ligen Rolle zur Trans­for­mation des Kaffee­sektors beitragen.

Regionale Imple­men­tierung globaler Ansätze

Im Fokus der Initiative stehen syste­mische Lösungen für regio­nal­s­pe­zi­fische Heraus­for­de­rungen in den drei Bereichen „sichere Existenz­grund­lagen für die Kaffee­farmer“, „mehr Umwelt­schutz“ und „Wirtschaft­lichkeit“. Synergien sollen genutzt werden, indem Tchibo mit „Mainstre­aming Sustainable Coffee Production“ auf vorhandene lokale Initia­tiven, Instru­mente und Ansätze aufbaut, diese mitein­ander verknüpft und weiter­ent­wi­ckelt. So wollen wir vor allem globale Ansätze, wie sie etwa die Global Coffee Platform (GCP) in ihrer Vision 2030 formu­liert, auf regionale Bedarfe herun­ter­brechen und imple­men­tieren.

Dabei stehen zu Anfang folgende Aktivi­täten im Mittel­punkt:

  • Priori­täten in der Kaffee­lie­fer­kette gemeinsam mit den lokalen Stake­holdern definieren
  • gemeinsam mit den lokalen Stake­holdern syste­mische Gründe und insti­tu­tio­nelle Barrieren ermitteln, die mehr Nachhal­tigkeit im Kaffee­sektor bisher verhindern
  • lokale Strategien gemeinsam mit lokalen Akteuren erarbeiten und – falls bereits vorhanden – weiter­ent­wi­ckeln, um syste­mische Probleme anzupacken
  • gemeinsame Strategien zur Imple­men­tierung entwi­ckeln, in denen verschiedene Akteure spezi­fische Rollen und Verant­wor­tungen übernehmen
  • Wirksam­keits­mes­sungen durch­führen und trans­parent darüber berichten, um Erkennt­nisse zu teilen und Best-Practice-Beispiele zu erstellen

Der Zusam­menschluss ermög­licht allen Betei­ligten, sich mehr Gehör zu verschaffen. Die Partner, die sich an der Initiative „Mainstre­aming Sustainable Coffee Production“ betei­ligen, haben die Chance, durch die Zusam­men­arbeit mit Regie­rungen und der Zivil­ge­sell­schaft Nachhal­tigkeit voran­zu­treiben und gleich­zeitig Ressourcen zu bündeln, um eine maximale Wirkung zu erzielen.

Tchibo hat die Initiative 2016 gemeinsam mit der Hanns R. Neumann Stiftung aufge­setzt. 2017 werden erste Partner­schaften vorbe­reitet und geschlossen sowie der Ansatz in wenigstens einer Pilot­region den natio­nalen und inter­na­tio­nalen Stake­holdern vorge­stellt.