NACHHALTIGKEITSBERICHT
2016

Erhöhter Anteil an zerti­fi­zierten Rohkaf­fee­qua­li­täten

Mittel­fristig wollen wir ausschließlich Kaffees anbieten, deren Anbau ökono­mische, ökolo­gische und soziale Anfor­de­rungen erfüllt. Auf diesem Weg sind wir auch 2016 einen Schritt voran­ge­kommen: Wir haben den Anteil an Rohkaffee, der durch inter­na­tionale Standard­or­ga­ni­sa­tionen zerti­fi­ziert ist, um rund 3 % auf 15,9 % erhöht. Die zerti­fi­zierten Kaffees beziehen wir von Kaffee­farmen, die nach den Anfor­de­rungen von Fairtrade, Rainforest Alliance, UTZ sowie den Organi­sa­tionen hinter dem europäi­schen Bio-Siegel zerti­fi­ziert sind. Bereits 2012 waren unsere Premi­um­sor­ti­mente sowie unser Cafissimo Kapsel­sor­timent vollständig auf zerti­fi­zierte Kaffee­qua­li­täten umgestellt, nun weiten wir den Anteil schritt­weise auch in anderen Segmenten aus: Seit 2016 trägt der Filter­kaffee FOR BLACK ’N WHITE das UTZ-Siegel, das 2017 neu einge­führte Kaffee­produkt BLONDE ROAST bieten wir ebenso wie Gala Espresso und Caffè Crema mit dem Siegel der Rainforest Alliance an.

Seit 2011 haben wir den Anteil an Fairtrade-Kaffee in unserem Kaffee­sor­timent deutlich gesteigert: Rund 21 % des im Jahr 2016 deutsch­landweit verkauften Fairtrade-Kaffees stammen von Tchibo – damit sind wir in Deutschland einer der größten Anbieter von Kaffee mit dem Fairtrade-Siegel. In den kommenden Jahren wollen wir den Anteil an zerti­fi­zierten Rohkaf­fee­qua­li­täten konti­nu­ierlich weiter erhöhen.

Neue Wege im Mainstre­am­segment

Beim Bezug von Rohkaf­fee­qua­li­täten, die nach dem 4C-Basis­standard validiert sind, haben wir 2016 einen neuen strate­gi­schen Weg einge­schlagen, denn aus unserer Sicht reichen die Basisan­for­de­rungen des Validie­rungs­systems für den 4C-Standard perspek­ti­visch nicht mehr aus, um die Liefer­kette nachhaltig weiter­zu­ent­wi­ckeln. Deshalb verlagern wir unser Engagement und unsere finan­zi­ellen Mittel vom Einkauf von 4C-validierten Quali­täten zunehmend mehr in unser eigenes Quali­fi­zie­rungs­pro­gramm Tchibo Joint Forces!® und unsere von uns und der Hanns R. Neumann Stiftung initi­ierte Multi-Stake­holder-Initiative „Mainstre­aming Sustainable Coffee Production“. Im Zuge dieser Verla­gerung haben wir 2016 den Anteil von nach dem 4C-Basis­standard validierten Rohkaf­fee­qua­li­täten um 6 % verringert und die dadurch freige­wor­denen Mittel aus den Prämien für unsere Initiative „Mainstre­aming Sustainable Coffee Production“ einge­setzt. Bis 2020 planen wir eine Reduzierung des 4C-Kaffees um insgesamt 8 %.

36,3%

Zertifiziert und validiert nachhaltiger Rohkaffee

Durch diese strate­gi­schen Verän­de­rungen lag die Gesamt­menge der in das bisherige Tchibo Nachhal­tig­keits­konzept einbe­zo­genen Rohkaffees (zerti­fi­ziert und validiert nachhaltig) 2016 bei insgesamt 36,3 % und damit erstmals seit 2008 leicht unter dem Vorjah­res­niveau (41,2 %). Der Anteil zerti­fi­zierter Rohkaf­fee­qua­li­täten konnte um ca. 1 % auf nun rund 15,9 % gesteigert werden.

Inter­na­tional anerkannte Standards für einen nachhal­tigen Kaffee­anbau

Die inter­na­tional anerkannten Standard­or­ga­ni­sa­tionen verfolgen das Ziel, Kaffee­farmer bei der Steigerung ihres Einkommens zu unter­stützen, ihre Lebens­ver­hält­nisse und Arbeits­be­din­gungen zu verbessern und den Umwelt­schutz zu erhöhen. In der Ausprägung der einzelnen Ziele setzt jede Organi­sation eigene Schwer­punkte.

Rainforest Alliance

Die Rainforest Alliance ist eine inter­na­tional anerkannte, unabhängige Umwelt­schutz­or­ga­ni­sation, die sich für den Schutz sensibler Ökosysteme einsetzt und dafür die nachhaltige Bewirt­schaftung von Landflächen fördert. Das Rainforest-Alliance-Certified™-Siegel steht für ökolo­gisch verträg­liche Landwirt­schaft und sozial verant­wor­tungs­volles unter­neh­me­ri­sches Handeln. Dazu gehören zum Beispiel die Schonung von natür­lichen Ressourcen sowie die Schaffung von Bildungs­an­ge­boten für die Kaffee­farmer.

Fairtrade

Fairtrade steht für bessere Arbeits- und Lebens­be­din­gungen der Klein­bauern und Beschäf­tigten in Afrika, Asien und Latein­amerika. Bereits 1,6 Millionen Klein­bauern und Beschäf­tigte profi­tieren von festen Mindest­preisen sowie der Fairtrade-Prämie für Gemein­schaftspro­jekte. Dazu zählen zum Beispiel der Bau einer Schule und einer Kranken­station oder auch Inves­ti­tionen in die lokale Infra­struktur. Fairtrade verbietet Zwangs­arbeit und illegale Kinder­arbeit. Fairtrade bietet Unter­stützung, Schulungen und Beratung für Produ­zenten in den Anbau­ländern. Umwelt­scho­nender Anbau wird gefördert. Die unabhängige Zerti­fi­zie­rungs­ge­sell­schaft FLOCERT überprüft vor Ort, ob bei Produ­zenten und Händlern die Fairtrade-Standards einge­halten werden.

UTZ

Das Wort UTZ ist keine Abkürzung, sondern stammt aus der Sprache der Maya, eines indigenen Volks aus Südamerika, und bedeutet so viel wie „gut“. Das kommt nicht von ungefähr: UTZ schult Kaffee­bauern in den Bereichen Betriebs­wirt­schaft, soziale Arbeits­be­din­gungen und Umwelt­ma­na­gement und hilft ihnen zum Beispiel durch das Erlernen von besseren Anbau­me­thoden, erfolg­reicher zu arbeiten und gleich­zeitig die Umwelt zu schonen. Mit dem Kauf von UTZ-zerti­fi­zierten Produkten können sich Tchibo Kunden aktiv für bessere Zukunfts­aus­sichten der Farmer einsetzen.

Bio-Siegel

Bio-Kaffee steht für nachhal­tigen Anbau im Einklang mit der Natur. Ökolo­gi­scher Landbau ist natur­schonend. Er zeichnet sich beispiels­weise durch den Einsatz von natür­lichen Düngern und Nützlingen aus und hält den Boden dadurch dauerhaft fruchtbar. Außerdem hilft diese Anbau­me­thode, die Arten­vielfalt zu erhalten und Rohstoffre­serven zu schonen. Das Bio-Siegel garan­tiert die kontrol­lierte Erzeugung von Biopro­dukten. Die Bestim­mungen der EU-Rechts­vor­schriften für den ökolo­gi­schen Landbau setzen dafür den Standard. Nur Produkte, die nach diesen EU-Rechts­vor­schriften produ­ziert und kontrol­liert werden, dürfen das Bio-Siegel tragen. Unter www.bio-siegel.de können Sie sich genau darüber infor­mieren.

4C Association

Die 4C Association hat sich im März 2016 mit dem Sustainable Coffee Program (SCP) – einer Koope­ration inter­na­tio­naler Kaffeeröster und der Initiative für nachhal­tigen Handel (IDH) aus den Nieder­landen als öffent­licher Partner – zu der Global Coffee Platform (GCP) zusam­men­ge­schlossen, um die Stärken der beiden Organi­sa­tionen zu vereinen und gemeinsam eine größere Wirkung bei der nachhal­tigen Gestaltung des Kaffee­sektors zu erzielen.

Der Baseline Common Code 4C ist weiterhin der Basis­standard des Kaffee­sektors. Er spiegelt die Grund­sätze und minimalen Referenz­prak­tiken für eine nachhaltige Produktion und Verar­beitung wider. Für die Verifi­zierung ist nun Coffee Assurance Services (CAS) zuständig, eine eigen­ständige Gesell­schaft, deren Anteile von der Global Coffee Platform (GCP) gehalten werden.