NACHHALTIGKEITSBERICHT2017

Rohstoffe und Materialien aus nachhal­tigen Quellen  

Unsere Produkte müssen hohe Ansprüche erfüllen: Sie müssen gut verar­beitet sein, aktuellen Trends entsprechen und dabei gleich­zeitig langlebig sein. Qualität bedeutet für uns aber auch, dass die darin enthal­tenen Rohstoffe aus nachhal­tigen Quellen gewonnen werden. Wir erweitern daher konti­nu­ierlich den Anteil der in unseren Produkten verar­bei­teten Rohstoffe und Materialien aus verant­wor­tungsvoll bewirt­schaf­teten Quellen. Dafür arbeiten wir mit unabhän­gigen Standard­or­ga­ni­sa­tionen und verläss­lichen Partnern zusammen. Bei Materialien, für die bisher keine anerkannten Zerti­fikate oder Siegel existieren oder uns die vorhan­denen Zerti­fikate nicht nachhaltig genug sind, engagieren wir uns für die Entwicklung von neuen Standards und innova­tiven Lösungen.

Unsere Gebrauchs­ar­tikel bestehen selten aus nur einem Material. In der Regel setzen sie sich aus mehreren Kompo­nenten zusammen – das ist z. B. bei einer Kinder­re­gen­jacke nicht anders als bei einem Sonnen­schirm. Diese Komple­xität erfordert eine syste­ma­tische Heran­ge­hens­weise, wenn es darum geht, Produkte im Ganzen nachhaltig zu gestalten. Deshalb haben wir 2016 unseren strate­gi­schen Ansatz bei nachhal­tigen Ressourcen und Produkten weiter­ent­wi­ckelt und analog unseren Non Food-Artikeln in zwei zentrale Produkt­gruppen unter­teilt: Textilien und Hartwaren. Zu Textilien zählen zum Beispiel Bekleidung, Sport- und Funkti­ons­wäsche, Bettwäsche und vieles mehr. Unter die Produkt­gruppe „Hartwaren“ fallen unter anderem Putzu­ten­silien, Möbel oder Elektro­geräte.

Wir konzen­trieren uns zunächst auf die Haupt­be­stand­teile unserer Produkte. Bei Textilien ist dies überwiegend Baumwolle. Unser Ziel ist es, bis 2020 den Haupt­be­standteil, also beispiels­weise Baumwolle, ausschließlich aus nachhal­tigen Quellen zu decken. Im zweiten Schritt betrachten wir das im nächst­hö­heren Anteil verwendete Material, wie beispiels­weise Elasthan, und im dritten Schritt die zusätz­lichen Bestand­teile, wie Knöpfe. Parallel dazu nehmen wir auch den Herstel­lungs­prozess unter die Lupe und arbeiten z. B. mit umwelt­ver­träg­li­cheren Imprä­gnie­rungen für unsere Regen­be­kleidung. Mit dieser Heran­ge­hens­weise planen wir, bis 2020 die Umwelt- und Sozial­ver­träg­lichkeit unserer Produkte noch einmal deutlich zu erhöhen.

Wege zur Verrin­gerung des Ressour­cen­ein­satzes

Bei der nachhal­tigen Gestaltung unserer Produkte berück­sichtigen wir auch zunehmend die Closed­-Loop-Fähigkeit der Materialien und Produkte, d. h. den Einsatz recycelter Materialien sowie die Langle­bigkeit und Recycling­fä­higkeit der Gebrauchs­ar­tikel. Ziel ist es, den Anteil recycelter Materialien, insbe­sondere bei synthe­ti­schen Fasern und Kunst­stoffen, konti­nu­ierlich zu erhöhen. 2017 haben wir daher u. a. Produkte aus recyceltem, relativ umwelt­ver­träg­lichem Polypro­pylen (PP) produ­ziert – einem Material, das wir auch für die recycel­baren Tchibo Cafissimo und Qbo Kaffee­kapseln verwenden. Darüber hinaus arbeiten wir weiter daran, Rücknahme und Recycling­lö­sungen flächen­de­ckend zu etablieren. Dafür haben wir 2017 eine Koope­ration mit dem gemein­nüt­zigen Dachverband FairWertung e. V. zur Rücknahme gebrauchter Textilien geschlossen.

Natur­fasern, ­Synthe­tikfasern­ und Material tieri­schen Ursprungs

Bei Textilien unter­scheiden wir zwischen vier Faser­ka­te­gorien: Natur­fasern (bei uns fast ausschließlich Baumwolle), zellu­lo­se­ba­sierten Chemie­fasern, synthe­ti­schen Chemie­fasern sowie Fasern tieri­schen Ursprungs.

1. Natur­faser: Baumwolle

Der Anbau von Baumwolle ist mit Auswir­kungen auf Mensch und Umwelt verbunden. So wird im konven­tio­nellen Baumwol­lanbau oft viel Wasser verbraucht, es werden schäd­liche Pestizide einge­setzt und Beschäf­tigte im Baumwol­lanbau arbeiten häufig unter schwie­rigen Bedin­gungen. Wir betrachten den Einsatz von Baumwolle aus nachhal­tigem Anbau daher als alter­na­tivlos. Im Verkaufsjahr 2017 stammten rund 80 % der Baumwolle, die für unsere Beklei­dungs- und Heimtex­tilien verar­beitet wurde, aus nachhal­ti­gerem Anbau. Der Großteil unserer nachhal­tigen Baumwolle ist aus kontrol­liert biolo­gi­schem Anbau und ist entweder nach dem ­Organic­ Content Standard (OCS) der inter­na­tio­nalen gemein­nüt­zigen Organi­sation Textile Exchange oder dem Global Organic Textile Standard (GOTS) zerti­fi­ziert. Zudem unter­stützen wir die Initiative Cotton made in Africa (CmiA) der Aid by Trade Foundation und beziehen nachhaltige CmiA-Baumwolle aus Subsahara-Afrika. Um die Koope­ra­tionen mit inter­na­tio­nalen Organi­sa­tionen zu ergänzen, arbeiten wir daran, eigene, direkte Partner­schaften zu Projekten aufzu­bauen, wie zum Beispiel mit dem Appachi ECO-LOGIC Projekt in Südindien.

Im Oktober 2017 waren wir zum dritten Mal in Folge inter­na­tional der dritt­größte Bio-Baumwoll-Anbieter im „Organic Cotton Market Report 2017“ von Textile Exchange. Außerdem erreichten wir den zweiten Platz im Sustainable Cotton Ranking 2017 von WWF, Pesticide Action Network UK und Solida­ridad unter den 75 größten Baumwolle verar­bei­tenden Unter­nehmen weltweit. Diese Platzierung unter­streicht unser ganzheit­liches Handeln, um den nachhal­tigen Baumwol­lanbau zu fördern und damit die Lebens­grundlage für viele Farmer, ihre Familien und Arbeiter zu verbessern.

2020 wollen wir in unseren Beklei­dungs- und Heimtex­tilien nur noch Baumwolle aus nachhal­ti­geren Quellen einsetzen. Möglich wird dies aber nur dann, wenn Liefer­ket­ten­in­te­grität, Trans­parenz und eine positive Wirkung der Markt­struk­turen sicher­ge­stellt sind – als Grundlage für die Verbes­serung der Lebens- und Arbeits­be­din­gungen der Menschen im Baumwoll­sektor und für mehr Umwelt­schutz beim Anbau.

Um diese Verbes­se­rungen zu erreichen, braucht es Lösungen für die syste­mi­schen Heraus­for­de­rungen, die insbe­sondere mit dem Anbau von Bio-Baumwolle, aber auch mit nachhal­tigem Baumwol­lanbau im Allge­meinem verbunden sind. Wir sind deshalb seit 2016 Mitglied der Initiative „Organic Cotton Accele­rator“, kurz OCA, die sich für den Anbau und Einsatz von Bio-Baumwolle auf Sektorebene engagiert. Zusammen mit anderen namhaften Beklei­dungs­un­ter­nehmen setzen wir uns in dieser Multi-Stake­holder-Initiative gemein­schaftlich für einen prospe­rie­renden Baumwoll­sektor ein, von dem alle profi­tieren: vom Farmer bis zum Verbraucher.

Bio-Baumwolle (nach dem Organic Content Standard):

Tchibo ist der dritt­größte Abnehmer von Bio-Baumwolle weltweit. Wir sind Mitglied der gemein­nüt­zigen Organi­sation Textile Exchange, die sich weltweit für eine nachhal­tigere Textil­in­dustrie stark­macht. Dafür bringt sie Marken­un­ter­nehmen und Einzel­händler, Hersteller und Rohstofflie­fe­ranten, Baumwoll­farmer und wichtige Inter­es­sen­ver­treter zusammen. Wir verwenden für unsere Bio-Baumwoll-Produkte den Organic Content Standard (OCS).

Bio-Baumwolle (nach dem GOTS-Standard):

Um unsere Sorti­mente gemäß unserem Anspruch an Nachhal­tigkeit konti­nu­ierlich weiter­zu­ent­wi­ckeln, arbeiten wir seit 2014 daran, den Anteil an GOTS-zerti­fi­zierten Produkten in unserem Sortiment sukzessive zu erhöhen. Der Global Organic Textile Standard (GOTS) setzt auf dem kontrol­liert biolo­gi­schen Anbau von Natur­fasern auf und bezieht alle Prozesse in der Liefer­kette mit ein: von der Gewinnung der Rohstoffe über eine umwelt- und sozial­ver­ant­wort­liche Fertigung, wozu auch Drucken und Färben zählen, bis zum fertigen Produkt. 2015 haben wir erstmals GOTS-zerti­fi­zierte Textilien angeboten, 2017 haben wir das Angebot von Textilien, die nach dem GOTS Standard zerti­fi­ziert sind, weiter ausgebaut und unsere erste GOTS-zerti­fi­zierte Babykol­lektion auf den Markt gebracht. Derzeit bieten wir neben GOTS-zerti­fi­zierten Babytex­tilien einen Großteil unseres Bettwä­sche­sor­ti­ments GOTS-zerti­fi­ziert an.

Cotton Made in Africa (CmiA):

Cotton made in Africa ist eine Initiative der Aid by Trade Foundation. Ihr Ziel: die Lebens­be­din­gungen von Klein­bauern in Subsahara-Afrika zu verbessern und einen für Mensch und Umwelt schonenden Baumwol­lanbau zu fördern. So erlernen die Bauern in Schulungen vor Ort effiziente und nachhaltige Anbau­me­thoden, die ihnen helfen, bessere Erträge zu erzielen sowie die Umwelt und ihre Gesundheit zu schonen. Tchibo unter­stützt die Initiative als Abnehmer von CmiA-Baumwolle und als Partner in Community-Projekten.

ECO-LOGIC Baumwolle aus dem Appachi ECO-LOGIC Project:

2015 haben wir erstmals mit dem südin­di­schen Appachi ECO-LOGIC Project zusam­men­ge­ar­beitet. Hierbei haben wir die Liefer­kette auf den Kopf gestellt: Ausgangs­punkt war der Rohstoff, die Appachi ECO-LOGIC Baumwolle (in unserem Sortiment als „ECO-LOGIC Baumwolle“ gekenn­zeichnet), die sozial- und umwelt­ver­träglich angebaut wird und eine besonders hochwertige Qualität aufweist. Für ihre Weiter­ver­ar­beitung haben wir die Zulie­fer­kette vor allem in Indien aufgebaut. Gefertigt wird bei Produ­zenten aus dem Tchibo Liefe­ranten-Quali­fi­zie­rungs­pro­gramm WE (Worldwide Enhan­cement of Social Quality). Die ersten drei Appachi ECO-LOGIC Produkte haben wir 2016 angeboten. 2017 kam dann unsere erste Kollektion mit ECO-LOGIC Baumwolle auf den Markt und wurde bei der Veran­staltung „Tchibo Green Carpet“ vorge­stellt, zu der wir Kunden, Journa­listen, Blogger, Tchibo Mitar­beiter und unsere Partner aus Indien nach Hamburg einge­laden haben. 2018 wird die Baumwolle aus dem Projekt in zwei Kollek­tionen verar­beitet.

2. Zellu­lo­se­ba­sierte Chemie­fasern: Viskose, Modal und ­Lyocell

Im Bereich der zellu­lo­se­basierten Chemie­fasern Viskose, Modal und ­Lyocell­ achtet Tchibo ebenfalls auf nachhaltige Bezugs­quellen. Bei Zellu­lo­se­fasern sind zwei Faktoren wichtig: die Herkunft der Zellulose und die Verar­beitung des Rohstoffs zu einer Textil­faser, denn für die Herstellung der Fasern ist ein hoher Einsatz von Energie, Wasser und auch Chemi­kalien notwendig.

Rund 78 % der von Tchibo für ihre Beklei­dungs­tex­tilien verwen­deten Zellu­lo­se­fasern wurden 2017 nachhal­tiger gewonnen – mindestens aus nachhal­tiger Forst­wirt­schaft, zu einem wesent­lichen Teil auch umwelt­schonend herge­stellt.

Um unsere Beklei­dungs- und Heimtex­tilien mit zellu­lo­se­basierten ­Synthe­tikfasern­ nachhal­tiger zu gestalten, beziehen wir Man-Made-Zellu­lo­se­fasern von der Lenzing Gruppe. Lenzing bezieht nicht nur das Holz für die Faser­her­stellung aus verant­wortlich bewirt­schaf­teten Quellen, sondern setzt auch bei der Produktion auf Umwelt­stan­dards. Neben Viskose aus dem Hause Lenzing verwenden wir derzeit die Fasern Tencel­®, Lenzing Modal® und ­Lenzing Micro­Modal­®. Zudem arbeiten wir daran, EcoVero™ von Lenzing in Produkten für das Verkaufsjahr 2019 einzu­setzen.

Mit unserem Anteil an zellu­lo­se­ba­sierten Chemie­fasern aus nachhal­ti­geren Quellen schafften wir es inter­na­tional auf Platz fünf im „Preferred ­Fibres­ and Materials Benchmark 2017“ von Textile Exchange. 

3. Synthe­tische Chemie­fasern: Polyester, Polyamid etc.

Synthe­tische Fasern auf Mineral­öl­basis erfordern den Einsatz der nichter­neu­er­baren Ressource Erdöl. Zudem ist ihre Produktion energie- und wasser­ver­brauch­sin­tensiv. Da wir jedoch in vielen Textilien, wie etwa Regen­jacken, Funkti­ons­be­kleidung oder anderen Outdoor-Kleidungs­stücken, auf Synthetik nicht verzichten können, arbeiten wir an dem Einsatz recycelter Fasern und Materialien. Erste Produkte haben wir Anfang 2018 auf den Markt gebracht. Auf diese Weise verringern wir den Einsatz nichter­neu­er­barer Ressourcen wie Erdöl und ermög­lichen eine Weiter­ver­wendung bereits produ­zierter Materialien.

4. Material tieri­schen Ursprungs

Eine nachhaltige Geschäftstä­tigkeit umfasst für uns neben ökolo­gi­schen, sozialen und gesell­schaft­lichen Aspekten auch den Tierschutz. Wir sind der festen Überzeugung, dass Tiere ethisch und artgemäß behandelt werden sollten, und lehnen tierun­würdige Haltungs-, Schlacht- und Produk­ti­ons­be­din­gungen strikt ab. Deshalb wollen wir langfristig nur dann Materialien mit tieri­schem Ursprung für unsere Produkte einsetzen, wenn wir gemeinsam mit Liefe­ranten, Nicht­re­gie­rungs­or­ga­ni­sa­tionen und anderen Stake­holdern sicher­stellen können, dass kein Tier unwür­digen Bedin­gungen ausge­setzt ist. Gleich­zeitig arbeiten wir daran, Alter­na­tiven anzubieten.

Auf diesem Weg haben wir bereits Meilen­steine erreicht: Seit 2008 verkaufen wir keine Produkte aus oder mit Echtpelz­. Um dies zu bekräf­tigen, sind wir 2013 Mitglied im inter­na­tio­nalen „Fur Free Retailer Program“ geworden. Das Programm ist eine Initiative von Umwelt- und Tierschutz­ver­bänden wie z. B. der Tierschutz­or­ga­nisation VIER PFOTEN. Unsere Produkte mit Kunstpelz sind entspre­chend mit dem ­Fur­-Free-Logo gekenn­zeichnet.

Seit Anfang 2014 bieten wir darüber hinaus keine Produkte mit Angora­wolle mehr an, da wir die artgemäße Haltung von Angora­ka­ninchen nicht garan­tieren können.

Für unsere Produkte aus Merino­wolle schließen wir das sogenannte Mulesing explizit aus. ­Mulesing­ beschreibt die in Australien und Neuseeland übliche Praxis, bei der Merino­lämmern ohne Betäubung Hautpartien rund um den Schwanz entfernt werden. Dies dient der Vorbeugung eines Befalls mit Fliegen­maden (­Myiasis), die sich in den Hautfalten von Merino­schafen vermehren. Über das Verbot der ­Mulesing­-Schaf­wolle hinaus haben wir die Entwicklung des indus­trie­weiten Standards für nachhaltige Wolle, des „Respon­sible Wool Standard“ (kurz RWS), unter­stützt, indem wir Teil der Review-Gruppe waren.  Zurzeit arbeiten wir daran, die ersten Produkte mit RWS-zerti­fi­zierter Wolle in unserem Sortiment 2019 anzubieten.

Daunen und Federn, die von Tieren aus Leben­drupf oder Stopfmast stammen, lehnen wir ab. Im Bereich der Beklei­dungs­tex­tilien haben wir den Einsatz von synthe­ti­schen Materialien, die quali­tativ mit der „echten Daune“ vergleichbar sind, voran­ge­trieben und dabei unser Sortiment mit Daunen und Federn deutlich reduziert. Unsere Heimtex­tilien­sor­ti­mente waren in der Vergan­genheit nach dem Traumpass zerti­fi­ziert. Da uns die Anfor­de­rungen des Standards im Hinblick auf die relevanten Tierschutz­a­spekte nicht ausrei­chend waren, arbeiten wir derzeit daran, auf den neuen und stren­geren Downpass-Standard umzustellen. Der Standard steht für den Ausschluss von Leben­drupf und von Ware aus der Stopfle­ber­pro­duktion sowie für die Aufzucht­kon­trolle. Unser Bettwa­ren­sor­timent wird ab dem dritten Quartal 2018 den Downpass-Standard erfüllen.

Parallel zu unserem Engagement für verant­wor­tungs­volle Materialien tieri­schen Ursprungs arbeiten wir daran, unser Sortiment aus pflanz­lichen und synthe­ti­schen Alter­na­tiven weiter auszu­bauen.

Holz und Papier aus verant­wor­tungsvoll bewirt­schaf­teten Quellen

Viele unserer Produkte sind aus Holz und Papier gefertigt. Als Nachweis, dass das einge­setzte Holz aus legalen Quellen stammt, wenden wir für alle unsere Holz- und Papier­produkte das „Forest Tracing System (FTS)“ an, das wir mit Unter­stützung des World Wide Fund ­For­ Nature (WWF) entwi­ckelt haben. 2017 waren zudem rund 58 % unserer Holzpro­dukte und alle unsere Garten­tische und -stühle sowie alle unsere Papiere, wie Versand­kar­to­nagen und Bastel­papier, nach den strengen Richt­linien des Forest Stewardship Council (FSC®) zerti­fi­ziert oder stammten aus regio­nalen Quellen.

Umwelt- und sozial­ver­träg­liche Weiter­ver­ar­beitung

In der Herstellung und Bearbeitung von Textilien kommen immer noch Arbeits­schritte zum Einsatz, die für die Beschäf­tigten in den Fabriken erheb­liche gesund­heit­liche Risiken mit sich bringen. Um dem entge­gen­zu­wirken und die Beschäf­tigten zu schützen, verbietet Tchibo nachfol­gende Verar­bei­tungs­me­thoden.

Ausschluss von Sandblasting

Um bei Jeans den beliebten Used-Look oder Vintage-Style zu erzielen, ist eine mögliche Bearbei­tungs­technik das sogenannte ­Sandblasting­. Dabei werden die Kleidungs­stücke mit feinem Sandstaub bestrahlt – eine Methode, die für die Beschäf­tigten erheb­liche gesund­heit­liche Risiken mit sich bringt. Wenn sie den feinkör­nigen Staub einatmen, kann das zu Silikose führen – einer Krankheit, die die Lunge zersetzt. Als die Gesund­heits­folgen des ­Sandblas­tings­ 2009 bekannt wurden, hat Tchibo umgehend sämtliche Liefe­ranten über die Gesund­heits­gefahren aufge­klärt. Seit 2010 haben wir Sandblasting­ in der Produktion von Kleidung verboten und kaufen nur in Fabriken ein, die dieses Verfahren nicht anwenden.

Ausschluss von Chemical Blasting bei Denim-Artikeln

Bereits seit 2012 ist nicht nur Sandblasting, sondern auch Chemical Blasting – also das Besprühen der Denim-Artikel mit chemi­schen Bleich­mitteln wie Kalium­per­man­ganat (KMnO4) oder Natri­um­hy­po­chlorit (NaHClO2) – für Tchibo Produkte ausge­schlossen. Zur Erzeugung eines modischen Used-Look-Effekts hat die Anwendung der Chemi­kalien im Markt zwar eine hohe Relevanz, hinsichtlich der Arbeits­si­cherheit und der Gesundheit der Anwender birgt sie jedoch Gefahren. Beispiels­weise wird oft kein ausrei­chender Arbeits­schutz gewähr­leistet. 2017 hat Tchibo im Rahmen des Detox Commit­ments die beiden Substanzen deshalb auf die Manufac­turing Restricted Substances List (MRSL) für den genannten Anwen­dungs­be­reich gesetzt. Wir schreiben statt­dessen vor, dass der Used-Look bei unseren Produkten mecha­nisch erzeugt werden muss.

Chromfrei gegerbtes Leder 

Zur Leder­her­stellung werden Tierhäute gegerbt, um sie haltbar zu machen. Das am häufigsten verwendete Verfahren ist die Chrom­gerbung, da sie beste Qualität liefert und wenig Zeit in Anspruch nimmt. Die meisten Leder­pro­dukte, die heute am Markt verfügbar sind, sind chrom­ge­gerbt. Aller­dings können dabei besonders umwelt­schäd­liche und gesund­heits­ge­fähr­dende Chrom-VI-Verbin­dungen gebildet und freige­setzt werden. Deshalb haben wir gemeinsam mit unseren Partnern daran gearbeitet, chrom­freie Verfahren einzu­setzen, ohne dass die Gebrauchs­ei­gen­schaften des Leders beein­trächtigt werden, und gerben seit 2016 alle Produkte aus und mit Leder in einem chrom­freien Prozess.