NACHHALTIGKEITSBERICHT2017

Klarer Orien­tie­rungs­rahmen: unser Nachhal­tig­keits­ma­na­ge­ment­system

GRI 102-18

Bei der nachhal­tigen Gestaltung unserer Produkte und Prozesse – sowohl in unserem Unter­nehmen als auch in unseren Wertschöp­fungs­ketten – folgen wir drei Prinzipien.

Unser Verhal­tens­kodex (Code of Conduct) bildet die ethische „Geschäfts­grundlage“ für alle Mitar­beiter gleich­ welcher Hierarchie: Darin bekennen wir uns u. a. zu unein­ge­schränkter Geset­zes­kon­for­mität und Trans­parenz sowie zur konti­nu­ier­lichen Verbes­serung der Geschäftspro­zesse unter ökolo­gi­schen, sozialen und gesell­schaft­lichen Gesichts­punkten.

Darauf aufbauend verpflichten wir uns in der Tchibo DNA unter anderem auf den Leitsatz: Wir übernehmen Verant­wortung für die sozialen und ökolo­gi­schen Auswir­kungen unserer Geschäftstä­tigkeit.

In der opera­tiven Umsetzung der Leitlinien konzen­trieren wir uns auf die Produkte und Prozesse mit den größten Auswir­kungen auf Mensch und Umwelt und den größten Einfluss­mög­lich­keiten unseres Unter­nehmens.

Für Mitar­beiter: Code of Conduct (CoC)

Als Richt­schnur unseres geschäft­lichen Handelns gilt der Tchibo Code of Conduct (CoC) verbindlich für alle Mitar­beiter der Tchibo GmbH und der Landes­ge­sell­schaften. Ebenso regelt er den Umgang mit Geschäfts­partnern und Kunden. Der CoC beruht auf folgenden inter­na­tio­nalen Leitlinien und Standards:

  • den Leitprin­zipien für Wirtschaft und Menschen­rechte der Vereinten Nationen (UN Guiding Principles on Business and Human Rights),
  • der Menschen­rechts­er­klärung der Vereinten Nationen (UN)
  • der Konven­tionen der Inter­na­tio­nalen Arbeits­or­ga­ni­sation ILO (Inter­na­tional Labour Organi­sation)
  • der Konvention der Vereinten Nationen (UN) über die Rechte von Kindern
  • den Richt­linien der Organi­sation für wirtschaft­liche Zusam­men­arbeit und Entwicklung (OECD) für multi­na­tionale Unter­nehmen


Allen Mitar­beitern sind im Rahmen des CoC unter anderem jegliche Form von Korruption, Vorteils­ge­währung oder Vorteils­nahme untersagt. Verstößt ein Mitar­beiter gegen einen der Grund­sätze, drohen ihm arbeits­recht­liche Sanktionen. 2017 haben wir den Code of Conduct aktua­li­siert, um den Mitar­beitern die zugrun­de­lie­genden Richt­linien verständ­licher zu machen, so dass sie diese einfacher anwenden können.

Für Zulie­ferer und Geschäfts­partner: Social and Environ­mental Code of Conduct (SCoC)

Für die Zusam­men­arbeit mit Geschäfts­partnern im Non Food-Bereich bildet der Tchibo Social and Environ­mental Code of Conduct (SCoC), den wir in Zusam­men­arbeit mit Stake­holdern entwi­ckelt haben, die Grundlage. Er schreibt verbind­liche Verhal­tens­vor­gaben für Zulie­ferer, Geschäfts­partner und Dienst­leister hinsichtlich eines rechts­kon­formen und ethischen Handelns fest. So definiert er unter anderem Mindest­an­for­de­rungen an Arbeits­be­din­gungen sowie Umwelt­stan­dards in der Produktion unserer Gebrauchs­ar­tikel und ist Basis aller Einkaufs­ver­träge. 2016 haben wir den SCoC unter Berück­sich­tigung unserer erhöhten Anfor­de­rungen im Bereich Umwelt sowie verschie­dener freiwil­liger Selbst­ver­pflich­tungen überar­beitet und ergänzt.

In der Präambel unseres SCoC haben wir die Grund­sätze, an denen wir uns orien­tieren, erweitert: Neben der Rio-Erklärung von 1992 und den Leitlinien der Vereinten Nationen für Wirtschaft und Menschen­rechte erkennen wir die Grund­satz­er­klärung über multi­na­tionale Unter­nehmen und Sozial­po­litik der ILO, die Prinzipien des Global Compact der Vereinten Nationen und die OECD-Leitlinien für multi­na­tionale Unter­nehmen ausdrücklich an. Wir teilen die Vision einer nachhal­tigen Zukunft aus der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen und arbeiten daran, Sozial- und Umwelt­stan­dards in unseren Liefer­ketten zu imple­men­tieren.

Seit 2006 schreibt der SCoC das Verbot von Kinder­arbeit nach den Defini­tionen der ILO-Konven­tionen fest. 2016 haben wir die Anfor­de­rungen an unsere Zulie­ferer im Fall von unzuläs­siger Kinder­arbeit verstärkt: Sollte in einer Fabrik unzulässige Kinder­arbeit festge­stellt werden, ist der Zulie­ferer verpflichtet, Abhil­fe­maß­nahmen sowie Maßnahmen zur Vorbeugung zu ergreifen und für die Zukunft nachvoll­ziehbar zu dokumen­tieren.

Mit Bezug auf unser Detox Commitment haben wir eine zusätz­liche Umweltan­for­derung in den SCoC aufge­nommen: Alle Produk­ti­ons­stätten, die Gebrauchs­ar­tikel für Tchibo herstellen, müssen ein wirksames Chemi­kalien-Manage­ment­System (CMS) imple­men­tieren. Dieses muss den gesamten Lebens­zyklus von Chemi­kalien abbilden, einschließlich Einkauf, Lagerung, Transport, Nutzung sowie sicherer Entsorgung bzw. Abgabe von Chemi­kalien.

Fest verankert: Verant­wort­lich­keiten, Leitziele und Themen­ma­na­gement

Das Nachhal­tig­keits­ma­na­gement ist in unserem Unter­nehmen in alle Fachbe­reiche integriert und auf allen Ebenen verankert. Die überge­ordnete Koordi­nation und Steuerung liegt in den Händen des Direk­ti­ons­be­reichs Unter­neh­mens­ver­ant­wortung, der 2006 geschaffen wurde. Die Direk­torin Unter­neh­mens­ver­ant­wortung berichtet an den Vorsit­zenden der Geschäfts­führung der Tchibo GmbH und unter­stützt mit ihren Mitar­beitern die Fachbe­reiche bei der Umsetzung und Weiter­ent­wicklung ihrer Nachhal­tig­keits­ziele. Der Direk­ti­ons­be­reich Unter­neh­mens­ver­ant­wortung koordi­niert zudem das überge­ordnete und fachbe­reichs­be­zogene Stake­holder-Management.

Mit Blick auf die überge­ordnete strate­gische Zielsetzung „Tchibo auf dem Weg zu 100 % Nachhal­tigkeit“ entwi­ckeln die Fachbe­reiche Leitziele für notwendige ökolo­gische und soziale Trans­for­ma­ti­ons­pro­zesse. Zur Errei­chung dieser Leitziele formu­lieren die jewei­ligen Fachbe­reiche Teilziele und erarbeiten Maßnahmen für deren Umsetzung. Integriert in das überge­ordnete Zielsystem, beein­flussen die Leit- und Teilziele der Fachbe­reiche und deren Erfüllung auch die Entlohnung der Mitar­beiter in ihren fixen und variablen Bestand­teilen über alle Hierar­chie­ebenen hinweg.

Inwiefern die einzelnen Teilziele erreicht wurden, überprüft jährlich der Direk­ti­ons­be­reich Unter­neh­mens­ver­ant­wortung. Die Ergeb­nisse berichtet er – nach Abstimmung mit den Fachbe­reichen – an den Vorsit­zenden der Geschäfts­führung. Falls erfor­derlich, erfolgen eine Justierung der Ziele für das folgende Geschäftsjahr und die Verab­schiedung neuer Ziele.

Indem wir konti­nu­ierlich zentrale Kennzahlen in unserem Nachhal­tig­keits­ma­na­ge­ment­system erheben und bewerten, können wir unsere Nachhal­tigkeits­leistung über alle Bereiche hinweg gezielt steuern.