NACHHALTIGKEITSBERICHT2017

Unsere Landes­ge­sell­schaften: ein Ziel, indivi­duelle Programme

Unser Engagement für eine 100 % nachhaltige Geschäftstä­tigkeit beschränken wir nicht auf Deutschland. Bereits 2009 haben wir begonnen, auch unsere Landes­ge­sell­schaften in Öster­reich, der Schweiz und Osteuropa in unser Nachhal­tig­keits­ma­na­ge­ment­system einzu­be­ziehen. Dabei verfolgen wir an den inter­na­tio­nalen Stand­orten dieselben Nachhal­tig­keits­ziele, die auch für Tchibo Deutschland gelten. Dazu zählt etwa die schritt­weise Umstellung unserer Sorti­mente auf nachhaltige Quali­täten, allen voran Kaffee, Baumwolle und Holz. Ergänzend verfolgen die Landes­ge­sell­schaften indivi­duelle Ziele in ihren natio­nalen Nachhal­tig­keits­pro­grammen.

Zur Unter­stützung der einzelnen Gesell­schaften hat Tchibo ein übergrei­fendes Netzwerk für die Nachhal­tig­keits­ver­ant­wort­lichen aller Länder ins Leben gerufen. Unter Leitung des Direk­ti­ons­be­reichs Unter­neh­mens­ver­ant­wortung treffen sich die Verant­wort­lichen zweimal im Jahr in der Hamburger Zentrale zum Austausch und zum Abgleich von Inhalten und Strategien.

Stand­ort­be­zogene Nachhal­tig­keits­pro­gramme ergänzen die gemeinsame Strategie sowie eine indivi­duelle Kommu­ni­kation mit lokalen Anspruchs­gruppen und Kunden. So betei­ligen sich unsere Landes­ge­sell­schaften auch am öffent­lichen Diskurs zum Thema Nachhal­tigkeit in ihren Ländern und arbeiten mit Nicht­re­gie­rungs­or­ga­ni­sa­tionen und Multi-Stake­holder-Initia­tiven zusammen.

Fortschritte 2017

Auch im Jahr 2017 haben die inter­na­tio­nalen Landes­ge­sell­schaften wieder erfolg­reich Maßnahmen aus ihren eigenen natio­nalen Nachhal­tig­keits­pro­grammen umgesetzt. Der Fokus lag dabei auf den Themen Umwelt­schutz, Kunden­kom­mu­ni­kation, Mitar­beiter und soziales Engagement.

Umwelt­schutz an Stand­orten

Die Landes­ge­sell­schaften arbeiten konse­quent daran, Umwelt­aus­wir­kungen, die durch den Betrieb der eigenen Filialen, Büros und Waren­lager entstehen, zu reduzieren. Sie führen beispiels­weise Maßnahmen zur Senkung des Wasser-, Papier- und Strom­ver­brauchs in der Verwaltung durch.

Nach langjäh­rigem Engagement im Bereich „Grünes Büro“, hat Tchibo Polen 2012 zusammen mit der Stiftung Partner­schaft für die Umwelt einen Zerti­fi­zie­rungs­standard für „Grüne Filialen“ entwi­ckelt und diesen für alle polni­schen Tchibo Filialen einge­führt. Es ist das erste Umwelt­zer­ti­fikat im polni­schen Einzel­handel überhaupt. Im Jahr 2013 wurde der Standard gemeinsam mit der Stiftung für den Online-Vertrieb weiter­ent­wi­ckelt. 2017 wurden sowohl alle 56 Tchibo Filialen als auch der Verwal­tungs­standort erfolg­reich rezer­ti­fi­ziert. Ein umfas­sendes Monito­ring­system stellt konti­nu­ierlich sicher, dass die Anfor­de­rungen umgesetzt werden.

Seit Juli 2015 werden in Öster­reich keine kosten­losen Plastik­tüten mehr ausge­geben. Innerhalb weniger Wochen ist damit die Ausgabe von Plastik­tüten um rund 80 % zurück­ge­gangen. Seit Mai 2016 wird in Öster­reich sogar komplett auf Einweg­tüten verzichtet. Statt­dessen bietet die Landes­ge­sell­schaft ihren Kunden verschiedene Mehrweg­ta­schen aus nachhal­tigen Materialien an. Ein Teil der Einnahmen aus dem Verkauf der Trage­ta­schen wurde 2015 an die Organi­sation MUTTER ERDE, eine Umwelti­ni­tiative des ORF und der führenden Umwelt- und Natur­schutz­or­ga­ni­sa­tionen, gespendet. Daraus hat sich eine langfristige Koope­ration entwi­ckelt, die bis heute andauert und auch 2018 fortge­setzt werden soll. Auch in der Schweiz, in der Slowakei sowie in Ungarn werden seit 2016 keine kosten­losen Einweg­tra­ge­ta­schen mehr an Kunden ausge­geben, dies gilt seit 2017 auch für die Filialen in Tsche­chien. In der Türkei ist die Einführung einer Kosten­pflicht für Plastik­tüten für 2018 geplant.

Auch mit dem Recycling der Kaffee­kapseln zielt Tchibo darauf ab, Ressourcen zu schonen. Aufgrund mangelnder allge­meiner Entsor­gungs­struk­turen ist Tchibo Öster­reich selbst aktiv geworden und hat 2017 ein eigenes Rücknah­me­system für Qbo und Cafissimo Kapseln entwi­ckelt und einge­führt.

Kunden­kom­mu­ni­kation

Um Tchibo Kunden in allen Vertriebs­re­gionen die Vorteile nachhaltig herge­stellter Produkte zu vermitteln, braucht es eine anspre­chende, umfas­sende und leicht verständ­liche Kunden­kom­mu­ni­kation. Neben in Deutschland entwi­ckelten Materialien verwenden alle Landes­ge­sell­schaften hierfür eigene innovative Formate, die an die jewei­ligen natio­nalen Kunden- und Stake­holder-Bedürf­nisse angepasst sind.

So haben die Landes­ge­sell­schaften in Öster­reich und der Schweiz 2016 auch das Logo „GUT GEMACHT“ einge­führt. Es zeichnet unsere nachhal­tigen Produkte aus und macht sie dadurch schnell als solche identi­fi­zierbar. „GUT GEMACHT“-Produkte sind entweder von unabhän­gigen Organi­sa­tionen zerti­fi­ziert oder deren Herstel­lungs­prozess unter­liegt von externen Stake­holdern anerkannten Standards und Verfahren – zum Beispiel Bio-Baumwolle. Das Logo findet sich nicht nur auf den Produkt­ver­pa­ckungen, sondern auch an den Points of Sale, und kommt in verschie­denen Medien zum Einsatz, um Kunden zu einem verant­wor­tungs­vollen Konsum zu motivieren. 2017 wurde das „GUT GEMACHT“-Logo in allen anderen Vertriebs­ge­sell­schaften mit Non Food-Geschäft (PL, CZ, SK, HU, TR) einge­führt und mit geeig­neten, lokal adaptierten Werbe­mitteln den Kunden nahege­bracht.

Verstärkt Aufmerk­samkeit für nachhaltige Produkte schaffen – mit diesem Ziel hat die Tchibo Landes­ge­sell­schaft in der Türkei im Oktober 2017 das Blogge­revent „DOĞA DOSTU“ (GUT GEMACHT) für Influ­encer veran­staltet. Einge­laden wurden 13 weibliche Influ­encer aus dem Bereich „Mütter und Babys“. Sie lernten Produkte mit dem „GUT GEMACHT“-Logo sowie den Tchibo Privat­kaffee Latin Bio kennen und erfuhren mehr über die Nachhal­tig­keitss­tra­tegie von Tchibo.

Mitar­beiter und soziales Engagement

2017 wurde die Tchibo Landes­ge­sell­schaft in Tsche­chien zum wieder­holten Male mit dem „Family-Friendly Society Award“ für Ihr Engagement im Bereich Famili­en­freund­lichkeit sowie für weitere Nachhal­tig­keits­ak­ti­vi­täten ausge­zeichnet. Die Jury hob die guten Möglich­keiten zur Verein­barkeit von Beruf und Familie hervor und lobte insbe­sondere die Unter­neh­mens­ver­ant­wortung der Landes­ge­sell­schaft. Speziell das Projekt „Grünes Büro“, das in der Prager Zentrale durch­ge­führt wurde, sowie das ehren­amt­liche Engagement des Unter­nehmens bewertete die Jury als sehr positiv.

Ehren­amt­liches Engagement zeichnet auch die Tchibo Landes­ge­sell­schaften aus. 2017 hat sich die Landes­ge­sell­schaft in Öster­reich am Tchibo Weihnachts­wunder beteiligt und mit Unter­stützung der Wiener Tafel Bedürftige mit Tchibo Artikeln beschenkt.

In den Landes­ge­sell­schaften in Osteuropa wird insbe­sondere die Förderung des Mitar­bei­te­ren­ga­ge­ments (Corporate Volun­teering) voran­ge­trieben. Hier gab es 2017 verschie­denste Aktivi­täten: von der tatkräf­tigen Unter­stützung bei der Renovierung einer Schule bis hin zur Beratung gemein­nüt­ziger Organi­sa­tionen. Insgesamt waren 53 Mitar­beiter mit 426 Arbeits­stunden invol­viert (Polen, Tsche­chien, Slowakei, Ungarn).