NACHHALTIGKEITSBERICHT2017

Natio­naler Aktionsplan Wirtschaft und Menschen­rechte: Umsetzung der menschen­recht­lichen Sorgfalts­pflicht

GRI 102-16; GRI 102-17; GRI 408-1; GRI 409-1

Als werte­ori­en­tiertes Famili­en­un­ter­nehmen hat Tchibo bereits vor vielen Jahren menschen­recht­liche Sorgfalt in seine Geschäftsprak­tiken integriert. Wir sind überzeugt: Unsere Geschäftstä­tigkeit darf nicht zulasten von Mensch und Umwelt gehen.

Am 21. Dezember 2016 hat die Bundes­re­gierung den Natio­nalen Aktionsplan Wirtschaft und Menschen­rechte (NAP) im Bundes­ka­binett verab­schiedet. Ziel des Aktions­plans ist die Umsetzung der von den Vereinten Nationen 2011 einstimmig beschlos­senen Leitprin­zipien für Wirtschaft und Menschen­rechte. Die UN-Leitprin­zipien schaffen keine neuen Menschen­rechts­stan­dards und Völker­rechte. Vielmehr beruhen sie auf beste­henden Menschen­rechts­ver­pflich­tungen, wie der Inter­na­tio­nalen Menschen­recht­scharta der Vereinten Nationen und den Kernar­beits­normen der Inter­na­tio­nalen Arbeits­or­ga­ni­sation (ILO). National und inter­na­tional geltend, formu­lieren die UN-Leitprin­zipien Anfor­de­rungen an Politik und Wirtschaft. Sie bilden damit erstmals einen Referenz­rahmen, der neben der Politik auch Unter­nehmen in die Pflicht nimmt, in globalen Wertschöp­fungs- und Liefer­ketten Menschen­rechte zu respek­tieren und Menschen­rechts­ver­let­zungen vorzu­beugen. Erarbeitet wurden die UN-Leitprin­zipien unter der Feder des ehema­ligen UN-Sonder­be­auf­tragten Prof. John Ruggie und unter Betei­ligung staat­licher und privater Akteure.

Im NAP verankert auch die Bundes­re­gierung zum ersten Mal die Verant­wortung von deutschen Unter­nehmen für die Achtung von Menschen­rechten in einem festge­legten Rahmen. Sie formu­liert klare Erwar­tungen, basierend auf den drei Säulen der UN-Leiprin­zipien: Protect, Respect, Remedy – Schützen, Respek­tieren, Abhelfen. Diesen drei Säulen folgend ist es Aufgabe des Staates, Menschen­rechte zu schützen. Unter­nehmen stehen in der Verant­wortung, Menschen­rechte zu achten und die dafür notwen­digen Manage­ment­struk­turen aufzu­bauen. Und es müssen Beschwer­de­me­cha­nismen etabliert werden, die für Abhilfe bei Menschen­rechts­ver­let­zungen sorgen.

Der Prozess, an dem die Unter­nehmen sich bei der Umsetzung orien­tieren sollen, umfasst folgende fünf Kernele­mente:

  • Erstellung einer Grund­satz­er­klärung zur Achtung der Menschen­rechte
  • Entwicklung eines Verfahrens zur Ermittlung tatsäch­licher und poten­ziell nachtei­liger Auswir­kungen auf die Menschen­rechte in ihren Wertschöp­fungs­ketten
  • Durch­führung von Maßnahmen zur Abwendung poten­ziell negativer Auswir­kungen und Überprüfung der Wirksamkeit dieser Maßnahmen
  • Etablierung von Beschwer­de­me­cha­nismen
  • Eine regel­mäßige Bericht­er­stattung

Grund­satz­er­klärung zur Achtung der Menschen­rechte

Als werte­ori­en­tiertes Famili­en­un­ter­nehmen hat Tchibo bereits vor vielen Jahren menschen­recht­liche Sorgfalt in seine Geschäftsprak­tiken integriert. Unser unter­neh­me­ri­sches Handeln stützt sich auf weltweit anerkannte Standards und Richt­linien, vor allem die Inter­na­tionale Menschen­recht­scharta, die ILO-Erklärung über die grund­le­genden Prinzipien und Rechte bei der Arbeit sowie die OECD-Leitsätze für multi­na­tionale Unter­nehmen. Die wesent­lichen inter­na­tio­nalen Überein­kommen und Prinzipien sind im Tchibo Code of Conduct (CoC) verbindlich festgelegt und gelten als Richt­schnur für das Handeln aller Mitar­beiter bei Tchibo. Für die Produ­zenten unserer Gebrauchs­ar­tikel gelten die im Tchibo Social and Environ­mental Code of Conduct (SCoC) definierten Mindest­an­for­de­rungen an Arbeits­be­din­gungen und Umwelt­stan­dards.

Unsere Haltung hinsichtlich der Übernahme unter­neh­me­ri­scher Verant­wortung zur Achtung der Menschen­rechte haben wir im Mai 2018 in einer Grund­satz­er­klärung bekräftigt. Darin bekennen wir uns zur Achtung der Menschen­rechte auf Basis der UN-Leitprin­zipien: Unter­nehmen stehen in der Verant­wortung, Menschen­rechte in ihren globalen Wertschöp­fungs- und Liefer­ketten zu achten und Menschen­rechts­ver­let­zungen vorzu­beugen, während es die Pflicht des Staates ist, Menschen­rechte zu schützen.

Unserer menschen­recht­lichen Sorgfalts­pflicht in den Wertschöp­fungs­ketten Gebrauchs­ar­tikel und Kaffee setzen wir auf zwei Ebenen um: Zum einen engagieren wir uns direkt auf Ebene der Fabriken und Kaffee­farmen, zum anderen branchenweit in Initia­tiven und Allianzen, um syste­mische Verän­de­rungen und Verbes­se­rungen anzustoßen.

Verfahren zur Ermittlung tatsäch­licher und poten­ziell nachtei­liger Auswir­kungen auf die Menschen­rechte

Unser Ziel ist es, poten­ziell nachteilige Auswir­kungen unseres unter­neh­me­ri­schen Handelns auf die Menschen­rechte zu vermeiden. Dafür müssen wir im ersten Schritt ermitteln, welche Risiken an welchen Stellen der Wertschöp­fungs­ketten bestehen.

In unserer Wertschöp­fungs­kette Gebrauchs­ar­tikel führen wir deshalb regel­mäßig umfas­sende Analysen durch, auf deren Basis wir Strategien und Maßnahmen zur Achtung der Menschen­rechte und zur Vorbeugung von Menschen­rechts­ver­let­zungen entwi­ckeln. In deren Fokus steht unsere Zusam­men­arbeit mit beste­henden Produ­zenten sowie die Vertrags­vergabe an neue Produ­zenten. Wir priori­sieren die Fabriken hinsichtlich der Einhaltung von Menschen­rechten und der Dialog­kultur zwischen Management und Beschäf­tigten. Ein wichtiges Instrument, um bei Liefe­ranten, mit denen wir bereits länger zusam­men­ar­beiten, menschen­recht­liche Risiken zu erkennen und diesen entge­gen­zu­wirken, ist unser Quali­fi­zie­rungs- und Dialog­pro­gramm für Liefe­ranten: WE (Worldwide Enhan­cement of Social Quality). Durch den Dialog mit Management und Beschäf­tigten erhalten wir einen tieferen Einblick in den Alltag der Fabriken. Erkennen wir dort Risiken, können wir gemeinsam mit den Menschen vor Ort gezielt Maßnahmen zur Verrin­gerung ergreifen und Verbes­se­rungen einleiten, beispiels­weise höhere Arbeits­si­cher­heits­stan­dards.

Auf Branche­nebene arbeiten wir gemeinsam mit anderen Akteuren in Multi-Stake­holder-Initia­tiven zusammen, um gemeinsam Präven­ti­ons­pro­gramme zu etablieren und signi­fi­kante Verän­de­rungen für die gesamte Branche zu erreichen.

Im Kaffee­sektor gestaltet sich die syste­ma­tische Ermittlung menschen­recht­licher Risiken schwie­riger. In der Liefer­kette herrscht weltweit bisher nur bedingt Trans­parenz. Es lässt sich häufig schwer nachvoll­ziehen, welche einzelnen Kaffee­bauern unsere Rohkaffees angebaut und geerntet haben. Denn für einen Container liefern, je nach Ursprung, mehrere tausend Farmer Bohnen zu. Zudem bezieht Tchibo seine Rohkaffees aus verschie­denen Ländern in Zentral- und Latein­amerika, Afrika und Asien. In diesen Gebieten rund um den Äquator wird der Kaffee unter sehr unter­schied­lichen Arbeits­be­din­gungen angebaut. Deshalb betrachten wir es als unsere wesent­liche Aufgabe, gemeinsam mit allen Akteuren in der Liefer­kette Kaffee mehr Trans­parenz bis zum Ursprung herzu­stellen und dadurch die wesent­lichen Missstände in Bezug auf Menschen­rechte identi­fi­zieren zu können. Auf diese Weise konnten wir beispiel­weise konkrete Hinweise auf unzulässige Kinder­arbeit auf Kaffee­feldern in Guatemala erhalten. Folge­richtig setzen wir genau dort an: Gemeinsam mit der Coffee Care Association und der weltweit größten Kinder­rechts­or­ga­ni­sation Save the Children fördern wir Bildungs- und Betreu­ungs­an­gebote für die Kinder von Wander­ar­beitern und Erntehelfern in verschie­denen Regionen Guate­malas. 

Maßnahmen zur Abwendung poten­ziell negativer Auswir­kungen und Überprüfung der Wirksamkeit dieser Maßnahmen

Wertschöp­fungs­kette Gebrauchs­ar­tikel

Um poten­ziell negative Auswir­kungen unseres Geschäfts zu vermeiden und zu verhindern, führen wir Maßnahmen auf zwei Ebenen durch: zum einen auf Fabri­kebene, zum anderen übergreifend auf Branche­nebene. 

Die Grundlage für die Zusam­men­arbeit mit unseren Produ­zenten liefert der Tchibo Social and Environ­mental Code of Conduct (SCoC), er ist Bestandteil aller Einkaufs­ver­träge und verpflichtet die Liefe­ranten dazu, von uns definierte Mindest­an­for­de­rungen an Arbeits­be­din­gungen und Umwelt­stan­dards einzu­halten. Vor Auftrags­vergabe überprüfen wir in einem Audit, ob die Produ­zenten unseren Anfor­de­rungen entsprechen. Erst wenn das Audit die Einhaltung aller Vorgaben nachweist, erfolgt die Auftrags­vergabe.

Unser Ziel ist es, die Achtung der Menschen­rechte und die Arbeits­be­din­gungen in den Produk­ti­ons­stätten langfristig zu verbessern und sicher­zu­stellen. Gemeinsam mit der Deutschen Gesell­schaft für Inter­na­tionale Zusam­men­arbeit (GIZ) und dem Bundes­mi­nis­terium für wirtschaft­liche Zusam­men­arbeit und Entwicklung (BMZ) haben wir deswegen 2007 das Dialog­pro­gramm WE entwi­ckelt. Es unter­stützt die Produ­zenten vor Ort dabei, sowohl Menschen­rechte zu kennen und einzu­halten als auch Probleme in ihren Betrieben zu identi­fi­zieren und Arbeits­be­din­gungen schritt­weise zu verbessern.

Durch das WE Programm konnten wir mit unseren Produ­zenten bereits vieles erreichen, beispiels­weise Eigenini­tiative zu Arbeits­schutz­maß­nahmen oder die Erarbeitung einer leistungs­ge­rech­teren Entlohnung. Wir sehen aber auch, wo wir in den Fabriken an unsere Grenzen stoßen. Dringende Menschen­rechts­an­for­de­rungen wie existenz­si­chernde Löhne, Versamm­lungs­freiheit oder das Verbot von Zwangs­arbeit können nicht auf der Ebene einzelner Produ­zenten gelöst werden. Deshalb engagieren wir uns in branchen­weiten Initia­tiven und Allianzen für syste­mische Verän­de­rungen.

Ein wichtiger Schritt dahin ist die Unter­zeichnung unserer globalen Rahmen­ver­ein­barung mit der inter­na­tio­nalen Dachge­werk­schaft Indus­triALL Global Union im Jahr 2016. Die Beschäf­tigten in unseren Zulie­fer­be­trieben für Gebrauchs­ar­tikel haben mit der Verein­barung ein starkes Instrument, um die Gründung demokra­ti­scher Gewerk­schaften zu ermög­lichen oder ihnen beizu­treten. So soll es ihnen leichter gemacht werden, gemeinsam Löhne, Sozial­leis­tungen und Arbeits­zeiten mit ihrem Arbeit­geber oder indus­trieweit auszu­handeln. 2017 wurden in Myanmar und der Türkei erfolg­reich Pilot­pro­jekte initiiert.

Um syste­misch bedingten Heraus­for­de­rungen zu begegnen, setzen wir uns in branchen­weiten Allianzen für Lösungen auf Sektorebene ein, beispiels­weise im Bündnis für nachhaltige Textilien, in der Initiative ACT on Living Wages und dem Accord on Fire and Building Safety in Bangla­desch. So konnten etwa im Rahmen des Accords deutliche Fortschritte erzielt werden: Fünf Jahre nach Beschluss des Abkommens gelten rund die Hälfte der 1.600 Fabriken, in denen Mitglieder des Accords produ­zieren lassen, als sicher. Mehr zu unserem Engagement in der Wertschöp­fungs­kette Gebrauchs­ar­tikel finden Sie hier.

Wertschöp­fungs­kette Kaffee

Auch in der Wertschöp­fungs­kette Kaffee halten wir es für unabdingbar, Lösungen auf der Ebene der Farmen sowie auf Sektorebene zu erarbeiten. In den für uns relevanten Anbau­re­gionen beziehen wir seit 2008 zerti­fi­zierte und validierte Kaffee­qua­li­täten inter­na­tional anerkannter Standard­or­ga­ni­sa­tionen wie Fairtrade, Rainforest Alliance, UTZ und des Basis­stan­dards 4C. Den Zerti­fi­zie­rungen liegen menschen­recht­liche Referen­z­in­stru­mente zugrunde, darunter die ILO-Kernar­beits­normen. Darüber hinaus unter­stützen wir mit unserem Quali­fi­zie­rungs­pro­gramm Tchibo Joint Forces!® Kaffee­farmen bei der schritt­weisen Umstellung vom konven­tio­nellen auf einen ökolo­gisch und sozial verträg­lichen Kaffee­anbau. Um unzuläs­siger Kinder­arbeit in Guatemala entge­gen­zu­wirken, fördern wir seit 2011 Bildungs­pro­jekte und Betreu­ungs­mög­lich­keiten für Kinder in verschie­denen Kaffee­anbau-Regionen Guate­malas. 2017 haben wir zudem die Multi-Stake­holder-Initiative Mainstre­aming Sustainable Coffee Production ins Leben gerufen, mit der wir zusammen mit Regie­rungen, Akteuren der Branche und der Zivil­ge­sell­schaft komplexe syste­mische Heraus­for­de­rungen angehen wollen. Mehr zu unserem Engagement in der Wertschöp­fungs­kette Kaffee finden Sie hier.

Mitar­beiter

Unsere Mitar­beiter sind in ihrem Arbeit­sumfeld dafür verant­wortlich, Menschen­rechte zu achten. Die Grundlage dafür bildet der 2007 einge­führte Tchibo Code of Conduct (CoC), den wir 2017 aktua­li­siert haben. In unserem CoC haben wir Vorgaben für ethische Geschäftsprak­tiken, faires Verhalten und unein­ge­schränkte Einhaltung der Gesetze festgelegt. Diese sind für alle Mitar­beiter der Tchibo GmbH und der Landes­ge­sell­schaften verbindlich, regeln den Umgang mit Geschäfts­partnern und Kunden und geben Orien­tierung im Geschäftsalltag. Wichtige Werte unseres Unter­nehmens haben wir in Form von 13 Grund­regeln definiert. Der Code of Conduct beruht auf den Kernar­beits­normen der ILO. Er untersagt jegliche Form von Korruption, Vorteils­ge­währung oder Vorteils­nahme. Verstößt ein Mitar­beiter gegen einen der Grund­sätze, drohen ihm arbeits­recht­liche Sanktionen.

Regel­mäßig bestä­tigen alle Führungs­kräfte, dass sie die Regeln des CoC verstanden und einge­halten, sie den Mitar­beitern erläutert und bekannt gewordene Verstöße gemeldet haben. Sie unter­schreiben auch, dass sie die Einhaltung des CoC überprüfen. Jeder neue Mitar­beiter erhält eine Ausfer­tigung des Kodex. Über neue Entwick­lungen infor­mieren wir unsere Mitar­beiter per Intranet sowie direkt durch die Vorge­setzten. Geprüft wird die Einhaltung der internen und externen Vorgaben und externen Rechts­grund­lagen im Rahmen interner Audits durch die Konzern­re­vision der maxingvest ag. Über eine anonyme, von unabhän­giger Stelle betriebene Kontakt­mög­lichkeit bieten wir Mitar­beitern, Liefe­ranten und Kunden die Möglichkeit, telefo­nisch auf mögliches Fehlver­halten hinzu­weisen (Whist­leblowing). 

In unserer Unter­neh­mens­kultur und damit im täglichen Umgang mitein­ander hat die Achtung der Menschen­rechte einen hohen Stellenwert. Wir bieten allen Mitar­beitern die gleichen Chancen und lehnen jede Form der Diskri­mi­nierung –  aufgrund von Alter, Geschlecht, Herkunft, sexueller Orien­tierung, religiöser Weltan­schauung, körper­licher Konsti­tution und anderen perso­nen­be­zo­genen Eigen­schaften – ab. Wir pflegen einen offenen, wertschät­zenden Dialog und schaffen Möglich­keiten zur Mitge­staltung. Mehr zu unserem Mitar­bei­te­ren­ga­gement finden Sie hier.

Kunden

Auch beim Daten­schutz unserer Kunden, bei der Ausrichtung unserer Werbung und der Kennzeichnung unserer Produkte binden wir menschen­recht­liche Sorgfalts­pflicht ein. Beispiel­weise achten wir in der Werbung darauf, dass wir niemanden diskri­mi­nieren, und halten uns in der werblichen Kommu­ni­kation an die Grund­sätze des Wettbe­werbs­rechts. Mehr dazu in den Kapiteln Compliance sowie Kunden und Produkte.

Etablierung von Beschwer­de­me­cha­nismen

Es ist uns wichtig zu erfahren, wann, wie und wo es zu Verstößen gegen menschen­recht­liche Prinzipien gekommen ist, denn nur dann können wir angemessen gegen­steuern. Wir haben deshalb unter­schied­liche Beschwer­de­ver­fahren etabliert, damit Beschäf­tigte und Externe uns auf mögliche oder tatsäch­liche Zuwider­hand­lungen gegen Menschen­rechte hinweisen können und wir poten­ziell negative Auswir­kungen unserer Geschäftstä­tigkeit frühzeitig erkennen und verringern können.

Produ­zenten unserer Gebrauchs­ar­tikel sind über unseren SCoC dazu verpflichtet, Beschwer­de­ver­fahren für Beschäf­tigte bzw. deren Vertreter einzu­richten. Darüber hinaus schaffen wir im Rahmen unseres Dialog­pro­gramms WE für die Beschäf­tigten den Raum und die Möglichkeit, Mängel offen und kritisch anzusprechen und gemeinsam mit dem Management an Verbes­se­rungen zu arbeiten. Wir infor­mieren die Beschäf­tigten über ihre Rechte, ermutigen sie, diese zu benennen, und unter­stützen sie dabei, diese Rechte auch einzu­fordern. Die lokalen Menschen­rechts­ex­perten, die das WE Programm in den Produk­ti­ons­stätten durch­führen, handeln deshalb nicht nur als Trainer, sondern auch als Modera­toren, Dialog- und Prozess­be­gleiter. Regel­mäßig und über einen längeren Zeitraum in den Fabriken vor Ort bauen sie das nötige Vertrauen zu den Beschäf­tigten auf, sodass diese sie als erste Ansprech­partner auf mögliche Menschen­rechts­ver­let­zungen hinweisen. Gemeinsam mit den Fabrik­ma­nagern kann dann eine Lösung erarbeitet werden.

In unseren Koope­ra­tionen mit Stake­holdern arbeiten wir daran, Beschwer­de­me­cha­nismen in der Liefer­kette zu etablieren. Mit Indus­triALL Global Union setzen wir uns im Rahmen unserer globalen Rahmen­ver­ein­barung insbe­sondere für das Recht der Beschäf­tigten ein, sich gewerk­schaftlich zu organi­sieren. Denn damit erhalten sie eine Struktur, in der menschen­recht­liche Verstöße direkt vor Ort verhindert und Beschwerden gelöst werden können. Im Rahmen des „Accord on Building and Fire Safety in Bangladesh“ haben wir mit Gewerk­schafts­ver­tretern, Mitgliedern von Nicht­re­gie­rungs­or­ga­ni­sa­tionen und Handels­un­ter­nehmen ein fabri­k­über­grei­fendes Beschwer­de­system aufgebaut.

Darüber hinaus nehmen wir auch direkt Beschwerden entgegen: Über Nicht­re­gie­rungs­or­ga­ni­sa­tionen und Indus­triALL sowie über die E-Mail-Adresse social­com­pliance@tchibo.de können Beschwerden anonym direkt an Tchibo adres­siert werden. Die E-Mail-Adresse ist in unserer globalen Rahmen­ver­ein­barung und im SCoC vermerkt. Unsere Produ­zenten sind verpflichtet, diese Infor­mation zusammen mit dem Verhal­tens­kodex für alle Beschäf­tigten offen­zu­legen.

Regel­mäßige Bericht­er­stattung

Wir sind der Überzeugung, dass Trans­parenz eine wichtige Voraus­setzung dafür ist, die Umsetzung menschen­recht­licher Sorgfalts­pflicht auf breiter Ebene voran­zu­treiben. Daher berichten wir bereits seit vielen Jahren in unseren Nachhal­tig­keits­be­richten offen über Fortschritte ebenso wie über Hemmnisse auf unserem Weg zu einer 100 % nachhal­tigen Geschäftstä­tigkeit. Im Nachhal­tig­keits­be­richt 2017 stellen wir erstmals unsere Umsetzung der menschen­recht­lichen Sorgfalts­pflicht in einem eigenen Kapitel dar, um aufzu­zeigen, wie wir unsere Verant­wortung zur Wahrung der Menschen­rechte vor dem Hinter­grund des NAP übernehmen. Auch künftig werden wir über unser Engagement zur Achtung und Einhaltung der Menschen­rechte in unserem jährlich erschei­nenden Nachhal­tig­keits­be­richt infor­mieren.